Selige Bier- und Radreise Franken

Christi Himmelfahrt mit Christoph Mißbichler

29.-31.5.2003

 

Der Biertrinker und Freund Christoph Mißbichler fährt das erste Mal nach Franken. Für mich ist es die erste Reise nach Einführung des EURO und stelle ich fest, dass das Bier mit € 1,50 am Land immer noch billig geblieben ist. www.bierstadt.de und www.bierregion-franken.de

 

Einer fränkischen Bierzeitung entnehme ich folgende Beschreibungen des einheimischen Bieres:

Ungespundet: Bedeutet, dass bei der Lagerung des Bieres die Fassspunde offen gelassen werden. Jedes andere Bier würde sofort sauer und schal werden, aber durch die verbliebene Hefe gärt das Bier weiter und kann so offen gelagert werden. Wird dieser Gärprozess unterbrochen und das Fass geschlossen, muss es bald getrunken werden. Gegen zu lange Lagerung und Temperaturschwankungen ist es mehr als andere Biere empfindlich. Ungespundetes Bier ist oft auch unfiltriert, d.h. Hefe und Schwebeteilchen bleiben im Bier. Das gibt dem Bier die Trübung, die sonst nur obergärige Sorten, wie z.B. das Weizenbier haben.

Fränkisches Kellerbier: Es ist ein klassisches ungespundetes Lagerbier, recht dunkel wie die meisten Biere aus dem Kalkgebiet der Fränkischen Schweiz, sehr kräftig gehopft, wunderbar bitter, jedoch mit feiner Malzsüße im Antrunk, mit geringer Resenz, also niedrigem Kohlensäuregehalt. Der Schaum ist zunächst kräftig, aber bald verflogen, die typische dünne Schlierenschicht lässt die dunkelkupferrote Farbe durchscheinen. Das Bittere ist stark, männlich, hält sich gut, trotz der geringen Kohlensäure. Kellerbier wurde früher im Sommer gebraut und in Felsenkellern gelagert.

 

Nachstehende Brauereien haben wir abgeradelt:

Mühlenbräu Merklein: Mühlendorf

Da wir in Bamberg aufgrund des Feiertages kein Bett bekommen, quartieren wir uns um 20 Euro in der ca. 7 km entfernt gelegenen Brauerei ein. Bei der Ankunft isst Christoph ein Eisbein, das ist eine gesurte und gekochte Stelze mit 3 Beilagen, die ihm ausgezeichnet schmeckt, aufgrund der großen Portion aber den Aufstieg aufs Rad und Weiterfahrt zur nächsten Brauerei danach wirklich Überwindung kostet. Das Bier im Bräustübl um € 1,60 schmeckt ihm und auch mir nicht besonders, am Abend auf dem Keller mundet es Christoph jedoch sehr und bestätigt ihm der Braumeister Schorsch, dass es ein anderes Bier ist. Während unserer Anwesenheit feiert der Ort das 700 Jahr Jubiläum, bei dem aber fast kein Mühlenbräu gezapft wird. Ich erfahre auch, dass der Ausstoß auf 1.000 hl gesunken ist.

Brauerei Greifenklau: Bamberg

Nach dem Mittagessen beim Schorsch fahren wir sofort nach Bamberg und kehren als erstes hier ein, wo ich zum süffigen Bier gleich ein Dosenfleisch esse. www.greifenklau.de

Brauerei Schlenkerla: Bamberg

Christoph bestellt radfahrerbedingt zuerst einen 1/2 Liter Wasser, worauf ihn die Kellnerin entsetzt fragt, ob er den nicht weiß, dass das Wasser "aus der Regnitz" doppelt so teuer ist wie das Bier. Daraufhin bestellt Christoph gleichzeitig auch ein Rauchbier um € 1,95. Ansonsten sind unsere fränkischen Sitznachbarn begeistert, was wir alles über die Brauereien wissen. Diesmal fotografiere ich erstmals auch die am Stephansberg neben dem Spezi-Keller gelegene Brauerei. www.schlenkerla.de

Spezi-Keller: Bamberg Oberer Stephansberg 47

Diesmal suche ich nicht die Brauereigaststätte auf, insbesondere, da mir Einheimische aufgrund der Hitze den Spezi-Keller sehr empfehlen, wo wir dann um 2 Euro pro Tonkrug mit Rauchbier aus der Brauerei Spezial unseren Durst löschen. www.bierstadt.de/spezial.html

Brauerei Wernsdörfer: Schönbrunn

Das cremige Landbier um € 1,50 mundet mir auch diesmal sehr. Leider ist es noch zu früh für ein Essen aus eigener Schlachtung. Hier hätte ich noch gern ein zweites Bier getrunken.

Brauerei Herrmann: Ampferbach

Da vormittags bei unserer Ankunft vor der Brauereigaststätte drei Räder lehnen, vermute ich gleich, das hier bereits bierdurstige Radler eingekehrt sind. In der Gaststätte treffen wir dann 3 junge Radfahrer aus Kulmbach, die ebenso wie wir von Brauerei zu Brauerei radeln, allerdings auch den Schlafsack mithaben und letzte Nacht am Bierkeller geschlafen haben. Am Vortag haben sie bereits 12 Brauereien abgeradelt und schauen dafür gut aus. Für die weiteren Tage haben sie auch 8-10 Brauereien je Tag geplant, weshalb sie auch bald weiter radeln müssen. Marc Soba maile ich an Marc.Soba@gmx.se meine Berichte. In der Brauerei werden wir sehr nett bewirtet und zeigt mir der Junior-Braumeister sofort die Brauerei.

Brauerei Max Werner: Ampferbach

Diese seit 1700 bestehende Brauerei kann ich leider nur von außen fotografieren, da sie nur Dienstag, Samstag und Sonntag öffnet. Auch der Max-Keller sperrt erst ab 16.00 Uhr auf.

Brauerei Kaiser: Grasmannsdorf

Diesmal trinken wir das süffige Bier in der Gaststube und ist einer der Stammgäste Mitglied beim BDM, spezialisiert auf fränkische Bierdeckel.

Brauerei Barnikel: Hernsdorf

Die gemütliche Wirtstochter kocht Christoph trotz der Hitze am Nachmittag eine Pfefferforelle und esse ich einen Rohschinken zum Bier. Die Brauereigaststätte ist eine der urigsten Gaststätten, die ich kenne. Da diesmal abgefüllt wird, kann ich die Brauerei fotografieren.

Kreuzbergkeller Brauerei Friedel: Schnaid

Wir brauchen das Rad bei der Anfahrt auf den Keller nicht schieben und trinken beim Friedel eines der besten Biere dieser Bierreise. Der Schnitt im 1 Liter Steinkrug kostet 2 € und ist der Krug fast voll. Christoph bedauert, dass er zum süffigen Bier keinen Steckerlfisch-Karpfen essen kann, da er noch vom Barnikel voll ist. Es fällt mir auf, dass nun auch neben dem Bier viele selbst gebrannte und prämierte Schnäpse angeboten werden. www.Friedels-Keller.de

Brauerei Hans Hennemann: Sambach

Auch hier löscht das Kellerbier im Tonkrug unseren Durst vor der Heimfahrt.

Mahr`s Bräu: Bamberg

Wir kehren um 9.00 Uhr vormittags ein und wird mir das süffige "U" Bier um € 1,90 in einem alten Glas serviert. Hier schmeckt das Bier nicht nur wegen der urigen Atmosphäre hundert Mal besser als auf dem Fest in Mühlendorf. www.mahrs-braeu.de  

Brauerei Goldener Löwe: Drügendorf

Hier werden wir sehr nett bewirtet und trinke ich ein süffiges altfränkisches Landbier. www.brauerei-foerst.de 

Brauerei Sauer: Gunzendorf (Nr. 210)

Der Brauereigasthof ist relativ modern eingerichtet und schmeckt mir das ungespundete Landbier zur Sulz. Ich nehme mir ein Rauchbier aus der Flasche mit, das mir auch zuhause mundet.

Brauerei Pfister: Weigelshofen

Hier wird in der Brauerei gerade das nach biologischen Richtlinien gebraute Bier in Flaschen abgefüllt. Ich verkoste um € 1,50 ein Lager und ein Dunkles im Steinkrug mit Zinndeckel. Der Brauereigasthof ist nicht urig und offensichtlich aber ein beliebtes Speiselokal. Der Brauerei ist auch ein Gästehaus mit 40 Betten angeschlossen.  www.brauerei-pfister.de

Mein Bierradfreund Christoph verkostet nach dem Regnitz-Wasser doch das Rauchbier.

 

Erstmals treffe ich gleichgesinnte Bierradler aus Kulmbach, die am ersten Tag 11 Brauereien abgeradelt sind.

Der Jäger Christoph fühlt sich beim Barnikel wohl.