BRÄU Sankt Leonhard: Pucking

Ferdinand hat den Betrieb Leonhardi Bräu mit der Braueule 2015 eingestellt und nun mit seinem Schwiegersohn Martin ein Braukombinat gegründet. Im stattlichen Bauernhof von Martin wurde ein eigener Brauraum eingerichtet und darin ein Sudwerk aufgestellt. Ferdinand ist für die Rezepte zuständig, während Martin als Techniker Teile der Anlage wie Steuerung selbst gebastelt hat. Die von Christian Schindlauer gelieferte Sudpfanne wird elektrisch mit 3 Platten beheizt und fasst 155 l. Der Läuterbottich ist ein adaptierter Milchtank mit 175 l, der auf ein Gestell gesetzt wurde, um bequem austrebern zu können. Am 25. Feber 2017 wird der 2. Sud auf dieser Anlage gebraut und kann ich zuschauen. Lt. selbst zusammen gestelltem Rezept wird ein „Wiener Lager“ gebraut. In der Pfanne werden in 110 Liter Wasser aus dem eigenen Brunnen 27,5 kg verschiedene Malze eingemaischt  und eine Stammwürze von 17,5 % errechnet mit einem Alkoholgehalt von 6,5 vol %. In einem eigenen Speidel Gefäß wird mit einem Tauchsieder 30 l Nachgusswasser erwärmt und händisch in den Maischebottich eingebracht. Es gibt 3 Hopfengaben Spalter Select, die erste bereits in die Vorderwürze. Die fertige Würze wird in den Maischebottich gepumpt, wobei dort ein tangentialer Einlauf den Whirlpool ersetzt. Im Maischebottich erfolgt auch die offene Gärung bei 9° C, wobei die konstante Kühlung durch 2 Schlangen erfolgt. Ich sehe hier erstmals einen eigenen selbst gebastelten Sauger, mit dem die abgestorbene Hefe oben entfernt wird. Die Lagerung erfolgt schließlich in 18 l Jolly Druckfässern, bevor das Bier mit Gegendruckfüller in Flaschen gefüllt wird. Als Flaschenwaschanlage wurde ein Miele Geschirrspüler umgebaut und einem Korb versehen. Der erste Sud „Doppelmärzen“ wurde vor einigen Wochen gebraut und lagert noch in den Fässern, bei meinem Besuch wurde erstmals vom Fass gezwickelt und war die Vorverkostung vielversprechend.  Das Ziel der Brauer ist, „ein Bier zu brauen, das jedermann schmeckt“, also keine IPA`s oder sonst heute modernen Craft Biere. Es freut mich, dass der Bierliebhaber Ferdinand mit seinem Schwiegersohn wieder braut und nicht aufgegeben hat. Es handelt sich um eine reine Hobbybrauerei und wird das Bier selbst von der Familie getrunken und leider nicht verkauft. 

 

 

 

 

  

 

  

Ein Prost mit den beiden Brauern während der Rast.

 

     

 

 

 

  

  

1. und 2. Hopfengabe.

 

 

  

Martin zwickelt den 1. Sud.

  

Der selbst gebastelte Sauger für die Hefe.  

Karin hat für die Brauer und Gäste aufgekocht.