Kurtl Bräu Tempelmayr: 3350 Haag/NÖ, Reichhub 21

Am 22. Oktober lädt mich Kurt Tempelmayr ein, seine anfangs 2000 errichtete Brauerei aufzusuchen, da er an diesem Tag das zweite Mal im Jahr 2004 braut. Gebraut wird in der Milchkammer des Bauernhofes in einem 250 Liter Milchtank, der mit einem Rührwerk ausgestattet ist und mit Gas befeuert wird. In diesem Tank wird auch abgeläutert und wird hiezu ein an einem Stutzen befestigtes Blechsieb vor die Auslassöffnung des Tanks gesteckt. Diese Erfindung von Kurt ist patentfähig, da binnen 15 min abgeläutert ist und hier kein Senkboden oder sonstige Filter eingesetzt werden müssen. Die Vorderwürze rinnt fingerdick in eine Milchkanne, wobei auf diese nur der Vollständigkeit halber ein Milchsieb gelegt wird. Die Hauptgärung findet auch in der Sudpfanne statt und erfolgt die Nachgärung in einem Plastikgefäß. Mangels ausreichender Kühlmöglichkeit braut Kurt bisher immer ein obergäriges Bier mit Trockenhefe aus Heilbronn und reinem Gerstenmalz (Schüttung 35 kg) nach dem Rezept eines Kölsch. Er hat jedoch bereits einen weiteren Milchtank angeschafft, mit dem er künftig auf 4° C herab kühlen kann und will er künftig auch untergärige Biere brauen. Das Wasser muss mit einer eigenen Anlage enthärtet werden. Kurt setzt beim Brauen überhaupt sehr viel Wasser ein und wäscht er dauernd penibel die Gefäße und Milchkannen, wobei anwesende einheimische Zuschauer meinen, dass er gerne „pritschelt“. Es ist schade, dass Kurt aus Zeitgründen nur ein paar Mal pro Jahr für sich einen Haustrunk braut, da seine Brauerei so gut ausgestattet ist. Das Bier vom Fass schmeckt mir vorzüglich und bin ich sicher, dass das künftig gebraute untergärige Bier genauso gelingen wird.

Kurt in der Milchkammer.

Kurt setzt den Läuterstutzen ein.

Mit dem Blechsieb am Stutzen kann in kurzer Zeit geläutert werden.

Beim Abläutern wird Milchgeschirr eingesetzt.

Verkostung des süffigen obergärigen Kurtl-Bräu.