Leonhardi Bräu: Pucking

Nachdem Ferdinand Brandstettner behauptet, dass ich ihn mit dem Brauerei-Virus angesteckt habe und er wegen mir auch selbst brauen wollte und eine Anlage angeschafft hat, freue ich mich auf seine Einladung zum Brautag am 1. Oktober 2011 auf seinem Bauernhof. Bereits im Jänner 2010 hat Ferdinand eine 34 Liter Braueule erworben und erstmals damit gebraut, wobei ich den Erstsud in meinem Bierkeller mit weiteren Bierliebhabern verkosten durfte. Die Anlage besteht aus einer Braueule (Braumaschine) und einem Läutertopf, wobei in der Maschine das Wasser erhitzt wird und nur dessen Dampf die Maische im Läutertopf beheizt. Das Abläutern erfolgt automatisch und wird die Vorderwürze in die Braueule geleitet und dort gekocht. Bei der Steuerung sind 6 Rasten programmierbar, Ferdinand probiert es erstmals händisch und beginnt die 1. Eiweißrast bei 62° C. Nach der zweiten Hopfengabe hört der anwesende Heimbrauerkollege Franz Seimayr ein Quietschen bei der Braueule, was davon kommt, dass der Hopfen an der Wand anschlägt. Ferdinand braut diesmal einen „Braunen Weizenbock“, den er zu meinen Ehren „Herbert“ benennt. Nach dem Rezept werden je 4 kg Münchner- und Weizenmalz und 1 kg Karamel Dunkel sowie Hallertauer Perle und Trockenhefe eingesetzt und soll das Bier 27° P Stammwürze und 6,75 vol.% alc erhalten. Eine Messung am nächsten Tag ergibt eine Stammwürze von immerhin 20°Plato. Die Vergärung erfolgt in einem Plastikgärgefäß und wird das Bier in Bügelverschlussflaschen abgefüllt. An diesem Brautag wird erstmals mit „Dörfl-Wasser“ aus dem eigenen neuen 27 m tiefen Brunnen gebraut und stammt der Strom an diesem sonnigen Herbsttag erstmals zur Gänze von der kürzlich angebrachten Photovoltaikanlage. Teilweise anwesend ist auch die Tochter des Heimbrauers Agnes, die auf der Fachhochschule Wels Bio- und Umwelttechnik studiert und mit Professor Alex Jäger kürzlich das stärkste Bier Österreichs „Fifteen“ gebraut hat. Am Brautag darf ich den am 5. März gebrauten 4. Sud „Tuba Dunkel“ verkosten, ein sehr süffiges dunkles Bier, das höchste Qualität hat. Der Vierkanthof beherbergt nicht nur eine Brauerei, sondern auch 6 Reitrösser, Ziegen und nehmen vor allem die Katzen am Brauvorgang aktiv teil. Die Trebern teilen sich die Rösser und die Gattin Karin, die damit Brot bäckt. Am 4. November kommt Ferdinand mit seinem Herbert-Weißbierbock in unseren Bierkeller und kann ich das Bier verkosten. Wir stellen alle einstimmig fest, dass der Bock ausgezeichnet ist, für mich insbesondere da er stark gehopft ist. Als Namenspate bin ich stolz auf diesen Sud und das Leonhardi Bräu. Leider braut Ferdinand nicht mehr, 2014 kein einziges Mal, 1. März 2015 letzter Sud. Anfang 2016 mutiert die Brauerei zu "Bräu Sankt Leonhard" mit neuer Anlagen an neuem Standort. Die Braueule wurde verkauft.

 

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Der zu meinen Ehren benannte Sud "Herbert".

Nach dem Einmaischen.

Tochter Agnes prostet mit dem Brauvater.

 

 

 

    

 

 

Christoph bewährt sich bereits zum 2. Mal als Helfer.

 

 

Die Rösser schauen interessiert zu.

Die Katzen nehmen aktiv am Braugeschehen teil.

 

Die Brauzuschauer sind durstig.

Ein Prost im Garten vor dem Brauhaus.

 

 

 

Verkostung des "Herbert" in meinem Bierkeller.