Trappistenbier-Brauerei Engelszell:

Die Mönche im Stift Engelszell gehören zum Orden der „Zisterzienser der strengeren Observanz“ (Ordo Cisterciensis Strictioris Observantiae), im Volksmund „Trappisten“ genannt. Nachdem im Stift bis zum Jahr 1929 bereits Bier gebraut wurde und seit vielen Jahren verschiedene Liköre erzeugt werden, haben die Mönche 2011 beschlossen, zur Erhaltung der Stiftsgebäude auch Bier zu brauen. Um ein Trappistenbier brauen und als solches bezeichnen zu dürfen, muss eine Brauerei vollständig im Eigentum des Ordens stehen und auch auf dessen eigenen Grund produzieren (Authentic Trappist Product). Die Brauanlage wurde von der Fa. MBT Minibrautechnik in Würzburg angeschafft und besteht aus einem dampfbeheizten 3-Geräte-Sudhaus für eine Produktionsmenge von 15 hl Würze pro Sud sowie 6 Gär- und Lagertanks für jeweils 2 Sude. Dazu gehören eine Schrotmühle mit Behälter und vollautomatischem Malztransport, eine Dampferzeugungsanlage mit 125 kW Spitzenleistung, eine Kälteanlage mit 5 kW Kälteleistung und die Drucklufterzeugungsanlage. Mit dieser Brauanlage können jährlich 2.500 hl gebraut werden und betrugen die Gesamtinvestitionskosten ca. € 400.000,--. Das Sudhaus und die Temperatursteuerung sind voll automatisiert, sodass der Brauvorgang automatisch um 4.00 Uhr früh startet und die Brauer erst um 7.00 Uhr hinzukommen. Es wird mit dem weichen Engelhartszeller Gemeindewasser gebraut und werden bei der Gärung verschiedene obergärige Hefen, darunter Weinhefe aus dem Elsass eingesetzt. 50% des Geschmacks dieses Trappistenbieres entstehen bei der Hauptgärung, statt dem bei belgischen Bieren üblichen Zucker wird Honig aus dem Klosterbienenstand „Cella Angelorum“ beigegeben, sodass das Rezept des Engelszeller Trappistenbieres nicht von den Belgiern übernommen, sondern eigenständig entwickelt wurde. Das Bier wird im Tank zur Stiftsbrauerei Schlägl gebracht und dort in Flaschen abgefüllt.

Nachdem am 8. Februar 2012 der 1. Sud gebraut wurde und ich bereits am zweiten Verkaufstag 2. Juni das erste Bier an der Klosterpforte erwerben und verkosten konnte, reise ich schließlich am 1. Juli zum offiziellen Trappistenbieranstich und Führung durch Braumeister Peter Krammer. Der aus Engelhartszell abstammende Landtagspräsident zapft das Fass mit Gregorius Bier an und Abt Marianus Hauseder füllt das erste Glas. Der Gregorius ist ein dunkles Trippel mit 22° Plato Stammwürze und 9,7% alc., das wir vom Fass dann ausgiebig frei verkosten können, wobei dieses dann Wirkung gezeigt hat. Am 9.12.2012 erwerbe ich das 1. Tragerl Benno, dieses Dubbel mit 6,9% alc. wird danach erst ab Mai 2013 in vollem Ausmaß verkauft. Anlässlich des "250-jährigen Kirchweih-Jubiläum" wird ein eigenes Jubiläumsbier mit 5,5% alc. gebraut, am 1. Verkaufstag Ostersonntag 20. April 2014 bin ich lt. Pförtnerin der 1. Käufer dieses Sonderbieres. Es freut mich, dass nach meinen Bierreisen zu allen belgischen Trappistenbrauereien nun auch in der näheren Heimat dieses außergewöhnliche Bier gebraut wird. Nivard habe ich erstmals am 20.11.2014 verkostet.

http://www.stift-engelszell.at/cmsimple/?Trappistenbier-Brauerei    

 

 

 

 

 

Braumeister Peter Krammer im Sudhaus.

 

 

 

Der feierliche Trappistenbier Anstich am 1. Juli 2012.

 

 

 

Den ersten Gregorius erwerben und verkosten wir am 2. Juni nach einer Anfahrt am Donauradweg.

  

 

Herrn Abt Marianus kenne ich noch von seiner Aushilfs-Seelsorge in meinem Heimatmarkt Hofkirchen.

  

 

 

 

 

 

 

Nivard wird ab November 2014 verkauft.

 

Die Bienenhütte für den Bierhonig, dahinter das Brauereigebäude.

 

Blick vom Mühlviertler Penzenstoan auf das Stift.