Brauerei am Waldweg: Bruck an der Mur

Am 8. August 2015 lädt mich Erich Nömayr zum Brauereieröffnungsfest seiner Hobbybrauerei am neuen Standort ein. Er hat die Brauerei im Wohnhaus seines Sohnes abgebaut und nun daheim in seinem Haus einen Platz dafür geschaffen. Das Sudwerk ist im Großen und Ganzen unverändert und wurde nun seitenverkehrt aufgestellt. Bei der 100 l Sudpfanne wurde das Rührwerk unten wie ein Trichter ausgeformt, der selbst geschweißte Whirlpool wird nur mehr selten verwendet. Neu ist, dass der oben befindliche Maischebottich vor dem Abläutern mit einer Gummidichtung versehen und dann zwischen Maischebottich und darüber befindlichem Warmwasserbehälter ein Gymnastikbeutel aufgeblasen wird, sodass das Maischegefäss völlig abgedichtet wird. In dieses wird dann auch Druckluft  zugeführt und wird die Ablaufgeschwindigkeit damit 3 x schneller. Die Abseihung des Hopfens erfolgt nicht mehr mit dem Whirlpool, sondern es wird die Würze in den Läuterbottich gepumpt, wo eine Schicht von ca. 10 cm Trebern zurück gelassen wurde, die als Filter für den Hopfen wirkt. Der Zerstäuber für das Anschwänzwasser muss erst angepasst und verbesssert werden. Die Hauptgärung im 100 l Plastikgefäß dauert ca. 5 Tage und erfolgt die Reifung in den zwei 120 l Drucktanks. Nur bei den 2 Märzenbieren erfolgt eine Flaschengärung. 300 Liter Wasser werden extra von der „Kalten Quelle“ im Weitental geholt, dieses ist leicht säuerlich und hat ca. 4,5° dt. Härte. Sonst wird hauptsächlich Stadlauer Malz sowie Celeja und Saazer Hopfen eingesetzt. Abgefüllt wird eigentlich nur in Flaschen und schafft Erich mit seiner Abfüllanlage 60 Flaschen pro Stunde. Bei der Einweihungsfeier werden uns 7 verschiedene untergärige Biere kredenzt, die ich alle verkoste: Forte Rossa (starkes Rotes), Märzen Amber, Ingwer, Märzen Dunkel, Holler, Sonnenbier (leichtes Sommerbier) und normales Märzen. Diese heißen nun „Nömi“-Biere und werden durch Nummern auf den Kapseln gekennzeichnet, neue Etiketten müssen erst entworfen werden. Wir verkosten auch ein 1 Jahr altes Märzen, das noch immer fehlerfrei mundet und die hohe Qualität des Hobbybrauers beweist. Leider braut Erich die Biere nur als Hobby für seinen Haustrunk, ich freue mich aber schon auf die nächste Verkostung bei meinem Heimbrauerfest.

     

 

     

Der Gymastikbeutel wird aufgeblasen und dichtet ab.