Zoiglreise ins Stiftland

 

Zu Mariä Empfängnis 2006 reise ich wieder einmal ins Stiftland (nördliche Oberpfalz) zum Zoigl. Es gibt in den Orten Windischeschenbach, Neuhaus, Falkenberg, Mitterteich und Eslarn noch Kommunbrauhäuser, die ich alle außer in Eslarn besichtigen kann. Die Brauanlagen sind uralt und werden die Sudpfannen mit Holz, in Mitterteich mit Kohle befeuert. Überall gibt es alte Motoren mit Transmissionen und Lederriemen, mit denen die Rührwerke und Pumpen betrieben werden sowie Malzputzmaschinen und Kühlschiffe. In den genannten Orten haben die Häuser ein im Grundbuch einverleibtes Braurecht, das noch je Gemeinde von ca. 20-30 Berechtigten ausgeübt wird. Das Bier mit bis zu 11 % Stammwürze wird im Kommunbrauhaus gebraut und kühlt über Nacht im offenen Kühlschiff ab. Die Würze wird dann in „Koufn“ (Holzbottich) oder Tankanhänger nach Hause gefahren, wo sie im Felsenkeller je nach Temperatur ca. 12 Tage vergärt, bevor das Bier in Flaschen oder Fässer abgefüllt wird. Die Privatpersonen brauen nur 2 Mal im Jahr, im Frühling und im Herbst, also zu Georgi  und Michaeli ihren Haustrunk, pro Haushalt ca. 250 Liter. Einige schenken das Bier daheim auch zu bestimmten Turnussen aus und wird dann vor dem Haus ein Zoiglstern, Reisigbesen oder ein Fichtenbuschen ausgehängt. Der Name „Zoigl“ leitet sich vom „Bierzeigl“ ab, einem sechszackigen, an einer Stange befestigten Stern, den der Kommunbrauer während seines Bierausschanks an seinem Haus befestigte, um auf diesen Bierausschank hinzuweisen. Aus dem ursprünglichen Wort „Zeiger“ wurde im Oberpfälzer Dialekt der „Zeigl“ und später der „Zoigl“. Der sechszackige Zoigl-Stern stammt vom gleichen Ursymbol ab wie der Davidstern. Die beiden Dreiecke stehen für die Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die im Mittelalter zum Bierbrauen bekannten Zutaten Wasser, Hopfen und Malz.

Zum Zoigl wird eine deftige Brotzeit oder eine Schlachtschüssel serviert. Die Halbe Zoigl kostet bei unserer Einkehr 2006 € 1,40 – 1,50. Ich bin überzeugter Zoiglianer und kann eine Reise ins gastfreundliche Stiftland zu dem handwerklich gebrauten Bier sehr empfehlen.

Links:

www.zoigl.de  www.zoiglbier.de  www.zoiglinfo.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Zoigl

www.schafferhof-zoigl.de www.zoigl-kramer-wolf.de www.wolfadl-zoigl.de  www.schoilmichl.de www.loistl.de www.zum-posterer.de

www.zoigl-tirschenreuth.de www.zoiglstum.de  www.beimgloser.de 

www.hartwich-zoigl.de www.zoigl-voit.de

 

Das Kommunbrauhaus Falkenberg liegt unterhalb der Burg.

Antrieb des Rührwerkes Falkenberg wie vor 100 Jahren.

In diesem Erdkeller vergärt und lagert der Zoigl des "Roten Ochsen" und von 5 weiteren Brauberechtigten.

 

Im Kommunbrauhaus Mitterteich wird während unserer Besichtigung gebraut.

Sudpfanne und Läuterbottich in Mitterteich.

Das Kühlschiff in Mitterteich.

Die Mitterteicher Zoigl-Tankanhänger, mit denen die Brauer die Würze heim bringen.

 

Die Sudpfanne im Kommunbrauhaus Neuhaus.

Das Kühlschiff in Neuhaus ist mit Würze befüllt.

Ernst Schönberger befeuert in Neuhaus.

Verkostung im Brauereistüberl Neuhaus mit Reinhard Fütterer (Schafferhof), Ernst Schönberger (Käck`n) und Heimbrauer.

Der nette Heimbrauer Sepp Streber schenkt mir seinen süffigen gut gehopften Zoigl ein.

 

Die 36 hl Sudpfanne in Windischeschenbach stammt aus dem Jahr 1928.

Der Zoiglwirt "Stern" reinigt das Kühlschiff in Windischeschenbach.

Stern fährt den am Vortag gebrauten Zoigl heim.

Meinen Mitreisenden Christoph und Franz mundet der Zoigl in der urigen Stube beim Stern in Windischeschenbach.

 

Das Kommunbrauhaus in Eslarn.

"Beim Ströhern" freut sich die nette und musikalische Wirtin Lisa über unsere Einkehr.

In der Eslarner Zoigl-Stum schmecken uns auch die Schlachtschüssel mit Dotsch und der helle und dunkle Zoigl ausgezeichnet.

 

 

Am Tag der Kommunbrauer 2009 suchen wir nach der Brauereiführung alle 7 Zoiglstuben auf.

Am Mitterteicher Kommunbrauertag 2010 fordert mich Herr  Lugert (Zoiglstube Boozhaus) zur Besichtigung seines Gär- und Lagerkellers auf.