Jörg`s Brauerei: Dr. Jörg Prähauser, 4600 Wels, Heiderosenweg 18

Am 19.6.2004 findet anlässlich des 13-jährigen Brauerei-Jubiläums ein Braufest statt, zu dem ich eingeladen werde und mit Badewannenbraumeister Eibensteiner und Kakteenbraumeister Schicha erstmals die Brauerei besichtigen kann. Das Brauteam, bestehend aus Jörg Prähauser und seiner Frau Helga sowie Christian Bauer und Robert Schaden hat keine Kosten und Mühen gescheut und ein epochales Bierfest veranstaltet, wie ich es noch nie erlebt habe. Neben 90 anderen Besuchern können wir 6 verschiedene heimgebraute Biere vom Fass verkosten. Gebraut wurden für das Fest 24 Fass zu je 19 Liter. Angeleitet von einer eigenen Bierkarte beginne ich die Verkostung mit dem „Jörg`s Empire“, einem Indian Pale Ale, bei dem der viele Hopfen aufgrund der Stärke von 6,3 Vol. % Alk. nicht so zur Geltung kommt. Das „Jörg`s Relax“ ist ein nach dem Rezept eines belgischen Wit Bieres eingebrautes Weißbier, das im Gegensatz zu deutschen Weißbieren mit Rohfruchtbeigabe (unvermälztem Weizen) eingebraut wurde. Das „Jörgs naturtrübe Hefebartl“ ist ein naturtrübes Weißbier und das „Jörg`s Original“ ein malzbetontes Lagerbier. Das „Jörg`s PE (Pils Edition) ist ein schlankes Pils, das mit Saazer Aromahopfen und tschechischer Pilsner Hefe gebraut wurde. Zuletzt verkoste ich das „His Jörg`s Blackness“, ein Dry Stout, das nach dem großen Vorbild des „Guiness“ eingebraut wird und bei dem die Beigabe von Gerstenflocken den typisch cremigen Schaum erzeugt. Die Biogerste wird im Backrohr der Familie Prähauser schwarz geröstet, wobei dies einige Tage im ganzen Haus zu riechen ist. Da mir dieses Stout ausgezeichnet mundet unterbreche ich auf der Heimfahrt in Linz die Straßenbahnfahrt, um Jörg`s Bier mit dem Guinness im Irish Pub Kitty Kiernans aktuell zu vergleichen. Hier stelle ich nochmals fest, dass Jörg`s Bier dem Guinness ebenbürtig und ein Unterschied nur durch die größere Hopfenbittere des irischen Bieres erkennbar ist. Auch alle anderen Jörg`s-Biere munden uns ausgezeichnet und möchte ich zu dieser Biervielfalt gratulieren. Die hohe Qualität der Biere wurde auch auf dem Heimbrauermarkt in Aschau festgestellt, wo diese ausgezeichnete Plätze erreicht haben. Die Brauerei ist im Keller des Hauses untergebracht und erfahren wir bei einem fachkundige Vortrag von Jörg alles über den Werdegang der Brauerei. Die mit Strom beheizte 150 l Sudpfanne stammt von einer Welser Molkerei, wobei noch händisch umgerührt werden muss, ansonsten jedoch durch Computereinsatz und die digital geregelte Sud-Rückpumpanlage ein hoher technischer Stand gegeben ist. Besonders zu erwähnen ist die hauseigene Hefereinzucht, wobei Jörg die Hefe in Röhrchen und mit Impfösen am Vortag eigens züchtet. Er verwendet auch unter anderen eine amerikanische Yeast Hefe, die speziell für Heimbrauer erzeugt wird. Zusammenfassend kann ich nur festhalten, dass ich noch nie ein so schönes Heimbraufest erlebt habe und möchte ich der Jörg`s Brauerei zu ihren Bieren und der Veranstaltung nochmals gratulieren und mich für die Einladung bedanken. Leider werden die Biere nicht verkauft, sondern nur selbst getrunken. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen im Herbst in meinem Bierkeller, zu dem ich auch die in Wels ebenfalls eingeladenen Zacherl-Brauer sowie andere Heimbrauer einladen möchte.

http://www.joergsbrauerei.at

Jörg führt uns durch das Sudhaus.

Jörg erklärt uns, wie er die Hefe züchtet.

Die Bierkarte für die 6 Biere des Braufestes.

Jörg zapft mir eines der vielen süffigen Biere.

Kakteenbraumeister Dr. Franz Schicha verkostet begeistert alle Sorten.

Rechts das vierköpfige Brauteam, links Zacherl Brauer Martin Seidl.