Schwarzer Rabe: 1160 Wien, Ottakringer Straße 180

Am 25.10.2003 kehre ich mit dem Michaeli Bräu ein und erklärt uns Herr Stastny seine Brauereianlage. Die Familie Stastny hat das Wiener Vorstadt Gasthaus im Jahr 1999 übernommen und wurde die Brauerei am 1.12.2000 unter Anwesenheit von Conrad Seidl eröffnet. Der Name Rabe wurde gewählt, weil viele Raben vom Wilhelminenberg über Ottakring fliegen. Die von der Firma Beer-Lilly erworbene Anlage ist sehr klein und wurde ursprünglich als 1 Geräte-Sudwerk, d.h. sieden und läutern in einem, konzipiert. Dieses System hat sich nicht bewährt und hat Herr Stastny aufgrund der technischen Probleme über Monate hinweg Reparaturen versucht. Unter anderem hat er in die 70 l Sudpfanne ein Rührwerk eingebaut und einen eigenen Läuterbottich angeschafft. Er ist nun zuversichtlich und will nächsten Freitag einen rötlichen Weihnachtsbock nach englischer Art brauen. Der Brauer ist überhaupt sehr experimentierfreudig und hat ein Faible für englische und irische Biere. Nach dem Läutern wird das Bier mit einem Plattenkühler abgekühlt und in 3 Tanks gepumpt. Der 1. Tank ist mit 14-18° C vorgekühlt und findet hier die Hauptgärung, je nach Hefe zw. 3-8 Tage statt, wobei es hier einen Hefestopp gibt. Im 2. Tank findet die Angärung statt und werden hier diverse Früchte, wie Sauerkirsche für das Cherry Stout oder Zimt und Orangen beigemengt. Nach Überführung in den 3. Tank wird das Bier sodann in 20 l Fässer abgefüllt und dort gelagert. Das Malz von Weyermann aus Bamberg wird in einer kleinen selbst gebauten Mühle geschrotet und beträgt die Schüttung pro Sud 9-15 kg. Neben WYeast werden auch noch andere Hefen verwendet. Herr Stastny ist sehr nett und berichtet uns viel über seine Brauversuche. Zur Feier des Tages kredenzt er uns eine ein Jahr alte Flasche selbst gebrautes „Russian Imperial Stout Old Raven“ mit 9,8 Vol. % Alk., das eine gelungene Spezialität ist und ein starkes Kakao- und Kaffeearoma aufweist.

www.raven.at

Selbst gebastelte Schrotmühle

Josef Stastny zapft Stifter Häuslbrauer Erich Gramer das "Russian Imperial Stout Old Raven".