Urige Wirtshäuser

 

A) Inn- und Hausruckviertel

Gasthof und Kohlenhandlung Ernst Kottbauer: Riedau  

     Der Eingang in die Gaststube erfolgt über das etwas verrußte Büro der Kohlenhandlung. Im Büro steht ein uralter Tresor, der seinesgleichen sucht. Erwähnt werden müssen auch die alten Schreibtische. Die Gaststube besteht aus uraltem Bretterboden, dunkler Holzvertafelung sowie ebenso dunkler geschnitzter Anrichte neben der alten Schank. Der Wirt hat sich jedes Mal über unsere Einkehr gefreut und uns sehr nett bewirtet. Leider gibt es das Wirtshaus nicht mehr.

Gaststube Kottbauer

Wirtshaus des Karl Berer: Frauschereck 9, St. Johann am Walde

Die Gaststube besteht aus einem Holzboden, dunkler Holzdecke sowie natürlich einem Kachelofen. Früher wurde Zipfer von der uralten Schank mit wenig Kohlensäure in alte zwölfeckige Zipfer-Krüge gezapft, nun gibt es Zipfer Märzen aus der Flasche. Neben der Schank steht ein alter Resopaltisch, auf dem die alkoholfreien Getränke stehen, die ohne Kühlung serviert werden. Bei einem der ersten Besuche hat mein Sohn Peter ein Kübelspeckbrot gegessen. Der "Wirts-Karl" hat in seiner geflickten alten blauen Arbeitshose eine Ruhe ausgestrahlt, weswegen dieses Wirtshaus nicht nur wegen der Einrichtung seit meiner ersten Zukehr Mitte der 80er Jahre zu meinen Top-5 Lieblingswirtshäusern gehört. Dass der Wirt die Speckknacker aus der Hosentasche serviert oder das Teewasser aus dem Ofenschiff entnommen hat, habe ich hier leider nicht miterlebt. Leider ist der Wirt Karl Berer im Oktober 2010 im Alter von 82 Jahren verstorben. Auch die Altwirtin mit ihrer ruhigen Bedienung strahlt Ruhe in der Wirtsstube aus. Nach einer Einkehr 2005 kehre ich mit BierIG Präsident Martin Seidl am 6.10.2012 im am Samstag wieder geöffneten Wirtshaus ein und können wir dank unseres geduldigen Chauffeurs 4 Zipfer Märzen genießen. Der Sohn verspricht uns weiterhin zu öffnen, dies ist zwar nur ein Hobby, er will aber die Tradition hochhalten und sperrt daher wieder am Samstag auf.

    

 

Gasthaus Roman Riefler: Lochen, Babenham 18, südl. v. Mattighofen

Eines der urigsten Bauernwirtshäuser, die ich kenne. Eine alte Eingangstüre führt uns in ein Vorhaus mit alter Klingel und dann in die Gaststube, deren Einrichtung sicher seit den letzten 50 Jahren nicht mehr verändert wurde. Schiffboden, Doppel- und Rundumbänke , alte Tische, schmiedeeisene Fensterverzierungen, alte Kugellampen sowie eine bereits lustige Stammtischrunde schaffen die gemütliche Atmosphäre eines Bauernwirtshauses. Die uralte Wirtin zapft temperiertes Zipfer Märzen mit wenig Kohlensäure, sodaß ich drei Halbe trinken muß. Zu essen gibt es Dürre sowie Brezen. Ein altes Bild der stillgelegten Brauerei Mattighofen hängt in der Mitte der Gaststube. Als ich den Stammtisch fotografiere, macht auch der anwesende Bürgermeister ein Foto von mir. Da offensichtlich wenig Fremde in das Dorf kommen, knipst der Bürgermeister auch mein neben dem Misthaufen parkendes Auto.  

Stammtisch Riefler

Gasthaus und Trafik Anna Wachter: 4881 Straß im Attergau, Powang 8.

Dieses Gasthaus ist eines der urigsten und beschaulichsten Gasthäuser, die ich kenne. Es handelt sich um ein 400 Jahre altes Holzhaus, in dem innen in den letzten Jahrzehnten nichts verändert wurde. In der Nähe stehen noch einige weitere Holzhäuser, eines davon hat ein Ingenieur um 400.000 Schilling als Wochenendhaus gekauft. Als ich am 4.8.2001 einkehre, begrüßen mich die ca. 50 jährige Wirtin und deren 82 Jahre alte Mutter, die zusammen ohne Mann das abgelegene Gasthaus bewirtschaften. Die Beschaulichkeit des Alltags ist einfach spürbar und bestätigen ca. 10 Katzen, dass das Haus heimelig ist. Im Vorhaus liegt ein Bretterboden, während in der Gaststube ein rotbräunlicher Schiffboden verlegt wurde. Kleine alte Fenster mit Eisengitter, alte Tische und Sessel passen zu der niedrigen Stube. Der Holztram ist verputzt, wurde aber einmal freigelegt und war dann zu sehen, dass er nicht geschnitzt ist. Beide Wirtinnen haben wegen des Holzhauses große Angst vor Gewittern und stehen bei der Nacht daher sofort auf. Die Wirtinnen und der Nachbar meinen, dass vor 20 Jahren in der Gegend noch viel  los war und die deutschen Touristen mit dem Gummiwagen vorgefahren und stark gezecht haben. Heute habe der Tourismus in der Gegend stark nachgelassen und kommen kaum mehr deutsche Gäste in das abgelegene Gasthaus. Da das Wirtshaus so urig ist, trinke ich zusammen mit Beate 4 Halbe und ein Seidel Zipfer Märzen. Vor dem Haus steht ein wunderschöner alter mächtiger Kastanienbaum, zu dem der 10jährige Nachbarssohn allerdings meint, dass er gestutzt gehört, da der Kranfahrer Walter immer nur schwer durchkommt. Bei der Einkehr unterhalte ich mich auch mit dem anwesenden Nachbarn, der geschichtlich sehr informiert ist und dessen Bauernhaus zum Teil auch aus Holz besteht. Dieses Gasthaus reihe ich unter die ersten zehn und hat mir den Tipp mein Arbeitskollege Helmut Böckl gegeben, dessen Tante in der Nähe wohnt.

 

Gasthaus Georg Berrer/ Wirt in Arnberg am Kobernaußer Walde Nr.10, südl. v. Mettmach

Das Schnaitl Bier wird noch in Biergläsern der Schloßbrauerei Riegerting  gezapft. Der Wirt verkauft mir gerne ein solches Seidel-Glas um 20 Schilling. Das Halbe-Glas nehme ich nicht, da dieses bereits sehr abgegriffen ist, da die Stammgäste sichtlich nur Halbe trinken. Unser geduldiger Chauffeur Hartmut bestellt einen Verlängerten, der als Kaffee vom Ofen serviert wird wobei laut Hartmut die Verlängerung zutrifft. Unter den Stammgästen neben dem Kachelofen sitzt ein jugendlicher Mann aus Schneegattern, der laut Wirt bei der Heimfahrt bereits 3 Mal mit dem Traktor verunglückt ist, diesmal aber Gott sei Dank einen Chauffeur hat. Er hält Gumpi wegen seines schwarzen Hemdes mit Stehkragen für einen Pfarrer, woraufhin ihm Gumpi seinen Segen erteilt. Ende Juli 2000 kehre ich mit Hans Trauner ein, dessen Frau ein paar Häuser weiter geboren wurde. Der Wirt berichtet, dass in vergangenen Zeiten ein Gast öfters während des 12.00 Uhr Läutens einen "5-Maßigen" (10 l Krug) getrunken hat, aber auch früh verstorben sei. Es wird weiters übereinstimmend überliefert, dass das Höhnharter Bier halbdunkel und bitter war, weshalb es erst nach einigen Halben gemundet hat. Leider geschlossen.

 

Essigwurst Paula / Gasthaus Niederstraßer: Auerbach, Höring Nr. 6; Pächter Franziska Netztaler, südw. von Mattighofen Richtung Wagenham, dann links;

Die Speisekarte des Spezialitätenrestaurants Essigwurst Paula weist 5 Varianten von Essigwurst auf sowie Knacker mit oder ohne Senf. Scheiterhaufen und Dampfnudeln gibt es nur auf Vorbestellung.

In der Gaststube hängt ein altes Bild der Mattighofener Brauerei, ebenso wie ein Bierzapf-Diplom, wonach Paula der ehrenvolle Titel "Bierzapfmeister" verliehen wurde. Paula teilt mit, daß sie bei Ablegung der Prüfung im Jahr 1988 wenig Zeit hatte und deshalb bei der Preisverleihung nicht mehr anwesend war; trotzdem habe sie die Urkunde und einen 6er Träger Urtyp erhalten. Das Zipfer Märzen wird im Vorhaus gezapft und in denselben alten Zipfer Krügen wie in Frauschereck  serviert. Auf unserer Doppelbank nimmt ein Einheimischer mit seinem 8-jährigen Sohn Platz und verzehren sie zu zweit zwei Essigwürste und 6 Semmeln, fünf Semmeln davon der Sohn, der auch den Essig mit der Semmel aufsaugt. Wir essen eine Essigwurst mit viel würfeligem und eine mit wenig Zwiebel. Unser Nachbar bestätigt, daß die Essigwurst Paula weitum bekannt ist und er gerne hier einkehrt. Beate trinkt einen Russischen Tee mit Zitrone, der S 15,-- kostet.

Am 23.10.1998 kehre ich erneut allein ein und werde von den einheimischen Gästen sofort an den Stammtisch gebeten. Um 14.30 ist Paula anwesend und übergibt gerade den Dienst an die ankommende Pächterin Fanni, die sonst in der Fleischerei Weilhartner in Mattighofen arbeitet. Paula hilft immer vormittags aus. Der Prokurist "Andi" Franz Schinwald der Firma BWT-AG aus Mondsee ist anwesend und liefert sich mit Paula heftige Dispute, sodaß sie immer "die Flucht ergreifen" will. Der Prokurist erklärt die Gaststätte als sein Lieblingslokal und zahlt mir sofort einen Liter Bier aus Freude, da auch ich dieses abgelegene Gasthaus gezielt aufsuche. Ein paar Tage später ruft er mich in der Firma an und fragt, wann ich endlich wieder bei der Paula einkehre.

Leider umgebaut.

Gaststube Essigwurst Paula

 

Gasthaus Linecker/Wirt z`Butting: Breitenberg 9, Maria-Schmolln. Auf Straße zw. Höhnhart und Uttendorf.

Als wir am 11.11.2000 einkehren finden wir eine uralte Gaststube mit Schiffboden, gelb gestrichenen Doppelbänken und Sesseln aus dem Jahr 1937 vor. Auf einem der alten Sessel ist ein Namensschild eines Gastes angebracht. Laut Altwirtin brannte am Peterstag dieses Jahres um 23.00 Uhr das Holzhaus bis auf den Grund ab und konnten nur 3 Stühle, Kruzifix, Gitarre und 2 Wilderer-Bilder gerettet werden. Die Stuckatur am Plafond wurde leider zwischenzeitig durch eine gewöhnliche Holzdecke ersetzt. Didi bewundert auch den alten Kachelofen, die vielen Geweihe und natürlich das Wilderer-Bild oberhalb der Schank. Der Name Butting kommt davon, dass ein Vorbesitzer Buttinger geheißen hat. Dieses Wirtshaus ist auch durch den Stammtisch der Huster bekannt, der anno 7.10.1989 gegründet wurde. Toni wirft einen Blick in das Stammtischbuch, was bei dem 14jährigen Wirtssohn einen Entsetzensschrei hervorruft, da niemand hineinschauen dürfe. Der Wirtssohn meint, "wenn die Huster z`am Gleschn, dann rennan die Weiba, weil dann schlederts". Huster ist ein spezielles Mixgetränk der Wirtes Ferdl, welches sehr stark ist. Auf einer Wand der alten Gaststube sind 300 Sparkästen des Sparvereins Butting angebracht, von dennen 260 besetzt sind, darunter auch Linzer. Zu erwähnen ist auch, dass an das alte Gebäude ein Zubau angebaut wurde, in dem sich ein Saal befindet. In diesem Saal stehen Biertische und hängt sehr viel Schnaitl Werbung neben Heiligenbilder nach italienischem Muster.   Leider geschlossen.

Wirt z` Graben Ferdinand Finsterer: 4982 Kirchdorf am Inn, Graben 5

Am 8.5.2004 kehre ich mit Toni Wimmer in dieses alte Wirtshaus ein, dass als solches von außen nur durch einen Kastanienbaum erkenntlich ist. Die geräumige Wirtsstube ist urig mit alten Holztischen und Bänken eingerichtet und seit den 60iger Jahren unverändert, die vorletzte Änderung war vor dem Krieg. Aufgesperrt wird um 15.00 Uhr und erscheinen pünktlich die Stammgäste, großteils Pensionisten. Aufgrund unserer Anwesenheit muss ein Tisch hinzu gestellt werden und weisen die Gäste darauf hin, dass die alten Tische sehr praktisch sind, da der Stammtisch ohne Problem schnell verlängert werden kann. Mir fällt auf, dass die Stammgäste untereinander sehr „abhacheln“, insbesondere auf den Schmied gehen alle los, der sich aber zu helfen weiß. Es ist eine Freude dem Innviertler Schmäh am diesem Stammtisch zuzuhören. Uns lassen sie allerdings in Ruhe und lassen sich die Stammgäste bereitwillig abfotografieren, ohne dass ich eine Runde zahlen muss. Laut dem Wirt war die letzte größere Rauferei Mitte 1950. Gezapft wird Raschhofer Bier und verzehre ich auch eine Innviertler Speckknacker, die mir ausgezeichnet mundet. Der Wirt ist angeblich ein ausgezeichneter Schnitzelkoch, wobei er aber nur gelegentlich für Stammgäste auskocht. Einer der Stammgäste war am selben Tag schon wallfahrten und ist es in dieser Gegend für jeden Katholiken Pflicht eine „Mai-Wallfahrt“ zu unternehmen. Bei Verlassen des Wirtshauses kommt auch eine junge Gruppe Jugendlicher zu Fuß mit einem Kreuz an, die durstig einkehren.

Wegen uns wird der Stammtisch verlängert.

 

Gasthaus zum Seppnwirt: Besitzer Albert Lechner, Pächter Josef Pichorner.Schwand im Innkreis Nr. 4. südw. von Braunau

Am 11.11.2000 kehren wir in diesem mächtigen Anwesen ein, das in den letzten Jahren wenig renoviert wurde. Der Wirt bietet uns gleich das Wirtshaus zur Pacht an und will auch die Gemeinde das einzige Wirtshaus erhalten. In der riesigen Gaststube, die früher geteilt war, stehen alte Holztische und Doppelbänke und ist nur die Schank relativ neu. An der Wand hängen mehrere Bilder, die an die Spenden zur Fahnenweihe des Krieger- und Veterannenvereins erinneren. Auch ein altes großes Bild vom Frankenburger Würfelspiel verziert die Gaststube. Der Saal im ersten Stock ist geteilt, einerseits für die Theaterspieler und andererseits für sonstige Veranstaltungen, wo auch heute eine standesamtliche Hochzeit stattfindet. Gezapft wird nach Wunsch Stiegl oder Kaiser.

 

Gasthaus Johann Hinterhofer: Oberrothenbuch 2, südw. v. Ranshofen, Gemeinde Braunau, Nähe Abzweigung Straße Schwand.

Dieses urige Wirtshaus liegt unscheinbar an der Straße neben dem Inn und ist schwer nur durch das kleine blaue Zipfer-Schild als Wirtshaus zu erkennen. Schiffboden, uralte Tische und braun lackierte Bänke sind noch vorhanden. Die Gaststube wird durch uralte Ring-Lampen beleuchtet. Didi wird es neben dem Kachelofen bald zu heiß. Die Schank ist durch einen kleinen Vorhang abgetrennt, wir können aber beim Zapfen des Zipfer hineinsehen. In der Wirtsstube hängen die Konzessions-Urkunde aus dem Jahr 1957 und die Verschleißbefugnis für öffentliche Tabaktrafiken aus dem Jahr 1959. Sehr urige alte Wirtsleute, die uns das selbst gebackene Brot anpreisen. Zu diesem sehr guten Brot esse ich eine Essigwurst, Toni eine Speckwurst mit Senf. 

 

Gasthaus Waldwirt/Alois Weinberger: Neukirchen an der Enknach, Lach 2 (Lachforst, Werkstor AMAG Ranshofen 1 km Richtung Neukirchen)

Über Empfehlung von Alois Ellmer suche ich am 12.4.2001 das alte Gasthaus auf um nehme am langgezogenen Stammtisch Platz. Das Gasthaus führt Müllner Bräu Bier in neutralen Krügeln und ist der Waldwirt auch auf der Rückseite des Bierdeckels der Klosterbrauerei Mülln angeführt. Die Stammgäste neben mir loben das Bier aus dem Augustinerbräu des Klosters Mülln vor allem, weil es nicht zu kalt serviert wird. Es schmeckt hier wirklich süffig, allerdings bekanntlich sehr leicht und malzig. An der Wand hängt ein großes gerahmtes Werbeplakat der Stechl Brauerei Braunau, die laut Wirtin 1979 stillgelegt wurde. Die Wirtin gibt das Bild nicht her, obwohl ihr bereits hohe Beträge angeboten wurden. Daneben ist ein Bild mit den Gefallenen und Heimkehrern angebracht. Im angeschlossenen kleinen Saal hängt eine Urkunde, mit der Alois Weinberger für seine Tätigkeiten im Heimatverein gewürdigt wird. Zuerst bedient die betagte Wirtin und dann ein jüngerer Wirt. Insgesamt ein altes Wirtshaus, in dem weder außen noch innen in den letzten Jahren Veränderungen vorgenommen wurden und das aufgrund der alten Wirtin der Bilder urig ist.

 

Gasthaus Kranewitten Josef Angelbauer:  Handenberg, Adenberg 9. Westlich von Handenberg an der Straße von Straß vor Kölln.

Beim Besuch am 11.11.2000 ist die in dem Vierkanter gelegene Gaststube noch seit 1960 unverändert. Der Schiffboden ist natürlich noch vorhanden und ist sonst die Gaststube mit den Resopaltischen eher einfach und spartanisch eingerichtet. Die Schank befindet sich in der Küche, wo bereits ein Krenfleisch für die Jäger gekocht wird, die um 16.00 Uhr nach der Treibjagd einkehren werden. Der Wirt und Bauer konnte an der Treibjagd wegen einer Fußverletzung nicht teilnehmen und sehen wir auch die Faschen am Fuß. In der Küche sitzt auch der Totengräber, den wir bereits bei der Ankunft gesehen haben, als er vor dem Wirtshaus Wasser gelassen hat. Im Hof rinnt aus einem geschlagenen Grander das Wasser. Die Schwester des Wirtes serviert uns süffiges Zipfer. Laut Herrn Böckl wird das Gasthaus auch "Hotel zur Stiege" genannt, wobei er aber nicht weiß, wovon diese Bezeichnung kommt.

 

Wirt z´Ernsting/ Ernstinger Wirtsbräu Fam. Borer vormals Wengler  

Das Gasthaus in vierter Generation ist ein stattliches Haus mit einer urigen Gaststube, in der noch ein alter braun gestrichener Ladenboden vorhanden ist. Selbstverständlich gibt es noch alte Tische mit Vergeltsgottleisten und Rundumbänke. Im Vorhaus mit Steinfliesen steht ein uralter Tisch auf dem eine alte Spielkartenpresse ausgestellt ist. Die junge Wirtin Justine hat den aus der Schweiz stammenden Ehemann bei der Arbeit im Sternbräu Salzburg kennen gelernt und hat Stefan bereits im Jahr 2000 zu brauen begonnen. Am 17.5.2008 kehre ich zum wiederholten Mal mit Bierliebhabern ein und führt uns Stefan durch seine Brauerei. Das Selbstgebraute schmeckt den Mitreisenden und mir ausgezeichnet. Dienstag Ruhetag. Tel.: 06278/6325.

In der alten Gaststube mundet das Selbstgebraute.

Wirt z` Standharting: Walter Raab Gasthaus Zum grünen Baum. Autobahnabfahrt Haag rechts und wieder rechts Richtung Gotthaming, Standharting Nr. 2

Laut der Pfarraufzeichnung steht an diesem Ort seit über 300 Jahren ein Einkehrwirtshaus, das jetzige Gebäude ist 100 Jahre alt. Die Wirtin hat 1960 auf das Wirthaus geheiratet und gab es bereits zu dieser Zeit den alten braunen abgetretenen Holzboden, der mit Büffelbeize versiegelt wird. In der Gaststube stehen alte Bierbänke mit Mittellehne, uralte Tische und eine besonders schöne eingebaute Kredenz. Bei meiner ersten Einkehr trinkt der Postler vormittags in unserer Anwesenheit eine Flasche Zipfer Märzen. Die Brettljause mit Schweinsbraten mundet sehr gut. Angeblich wurde hier früher auch hervorragendes Wild gekocht. Toni Wimmer bestellt eine „Luftgeselchte“, die die Wirtin und der einzige anwesende Gast aber nicht kennen. Bei dem Besuch am 20.10.01 teilt die Wirtin mit, dass sie nach einem Schlaganfall nicht mehr auskoche und das Gasthaus demnächst geschlossen werden soll, da die Kinder den Lehrberuf ergriffen haben. Der 70jährige aber noch rüstige Wirt verneint später eine baldige Schließung.  Leider geschlossen.

 

Höhwirt / Wohlfarter: Wasserdobl Nr. 6; Aspach Richtung Mettmach

Beim Erstbesuch hält sich der ehemalige Besitzer der Brauerei Aspach Hofmann neben uns am Jägerstammtisch auf. Von der Wirtin erhalte ich ein altes Bierglas des Hofmann Bräu. Hier lerne ich auch meinen Bierfreund Hans Trauner aus Mettmach kennen. An einem Sonntagnachmittag sehe ich durchs Fenster, daß die Altwirtin beim Kachelofen sitzend schläft, sodaß wir weiterfahren.

 

Gasthaus Helga Leeb: nördl. v. Mettmach, Neundling 1 ( Nähe Gügling )

Stattliches Haus, in dem die aufgeschlossene und neugierige Wirtin Helga Raab regiert. Die Gaststube ist nicht allzu urig, da der Boden verfliest ist und nur Resopaltische  sowie der alte Kachelofen Gemütlichkeit erzeugen. Da die Gaststube leer ist, meint die Wirtin, wir dürften auch am Stammtisch Platz nehmen. Vis a` vis des Hauses stehen Kastanienbäume, wobei dieser Garten fast nicht mehr betrieben wird. Die Wirtin freut sich über unseren Besuch, da sie selber früher gerne Bier- und Wirtshausreisen machte. Da sie nun die alte Mutter und eine Tante pflegen muß, kommt sie nicht mehr fort.

Bereitwillig erzählt sie uns alles über die Zubereitung von Kübelspeck, den es nur in den Gemeinden Mettmach, Aspach, St. Johann und Lohnsburg am Kobernaußerwald gibt. Dieser Speck stammt von einer Fadlsau ( bei Helga auch vom Frischling ), die einige Zeit vor der Schlachtung kurz gehalten wird und dann überfüttert wird. Hiedurch bildet sich eine ca. 10 cm dicke Fettschicht, die gleich nach dem Stechen noch warm in den vorbereiteten Holzkübel eingelegt wird. Der vorher peinlich sauber gereinigte Kübel wird dann luftdicht verschlossen und liegt der Speck dann 6 Wochen in der Sur, bestehend aus Salz und anderen Gewürzen. Später soll der Kübel wegen der Bakterien nicht zu oft geöffnet werden. Insbesondere zahlt es sich nicht aus, nur für eine Brettljause den Speck mit einem speziellen Messer zu entnehmen. Helga hat früher immer etwas mehr Speck entnommen, und sind dann aber wieder die Gäste ausgeblieben. Aus diesem Grund, und da das Kübelspeck machen sehr arbeitsintensiv ist, hat Helga keinen mehr. 

 

Gasthaus Peter: Waldzell

Die große Wirtsstube in dem riesigen Anwesen hat einen wunderschönen dunkelbraunen Schiffboden der mit Leinharzöl eingelassen wurde, teilweise aber abgetreten ist. Auch der herrliche zitronengelbe Kachelofen mit weißer Kuppel ergänzt die wunderschöne Einrichtung. Auf den gelben Kacheln sind weiße Hirschen angebracht. Die alten Tramen waren teilweise bereits unter Mauerputz. Für die Gendarmerie war früher ein kleiner Raum abgetrennt. Dieser Raum war allerdings oben offen und hat sich daher nicht bewährt, da die übrigen Gäste die Gespräche der Gendarmen mithören konnten. Als die Mauer abgetragen wurde hat sich ein Teil der Decke gelöst und ist der Tram zum Vorschein gekommen. In den vis à vis des Gasthauses gelegen Gebäuden sollte ursprünglich eine Brauerei untergebracht werden, da tiefe Kellerstollen vorhanden sind. Die Brauerei Zipf hat den endgültigen Bau der Brauerei jedoch verhindert, indem sie dem Eigentümer Handelsrechte zugestanden hat. Als die Wirtin vor 18 Jahren auf das Haus kam, wurden am Sonntag nach der Frühmesse 15-20 Liter Beuschl verabreicht. Die derzeitig Messordnung verhindert dies. Die Buben der Wirtin wollen auch Schispringer werden und ist in Waldzell eine 50 Mio. Schilling teure Anlage geplant, da die alte dem Schotterabbau weichen mußte. Außer uns kam am Sonntag nachmittags nur ein Einheimischer in das Wirtshaus, der sich dann im Nebenzimmer das Neujahrsschispringen 1998 anschauen wollte. Auf der Fahrt am Römerweg kehre ich im August 2011 wiederum ein und bewundere den schönen Boden. Leider war es an diesem Tag so heiß, dass wir vor der anstrengenden Bergfahrt kein Essen einnehmen konnten.

 

Gasthaus Metzgerwirt/Feichtenschlager: St. Johann am Walde

Wahrscheinlich die schönsten Doppelbänke, die ich je gesehen habe, da sie zum Teil sehr verwinkelt sind. Ohne Pflasterboden wäre die Gaststube jedenfalls perfekt urig. Das süffige Zipfer mit wenig Kohlensäure fließt aus einem an der Wand angebrachten Zapfhahn direkt aus dem dahinter liegenden Kühlraum. Ausgespeist wird nur auf Vorbestellung. Ende Juli 2000 suche ich das Wirtshaus erneut auf und muß feststellen, dass die Einrichtung innen ein wenig adaptiert wurde. Besonders ins Auge fällt die Attrappe eines grünen Kachelofens, der auf meinem ersten Foto vom Jänner 1998 fehlt. Bei diesem Kachelofen wurden anstatt Keramikkacheln Prespanplatten verwendet, die mit Spaxschrauben verbunden wurden. Auch die Handwärmer wurden auf gleiche Art hergestellt und befestigt.

 

Burgtaverne Feitzinger: Kobernaußen bei Lohnsburg

Lackierte uralte Holzdecke mit breiten Tramen. Auf meinen besonderen Wunsch serviert mir der freundliche Wirt hervorragenden weißen Kübelspeck mit Kren. Auch der Altwirt geht von Tisch zu Tisch und spricht mit den Gästen.  Leider bei den letzten Vorbeifahrten immer geschlossen und Pächtersuche.

 

Braugasthof Zwink Brunhilde und Rudolf Bleckenwegner: Aspach

So stelle ich mir eine innviertlerische Gaststube vor: Die dunkle Holzvertäfelung, der unbehandelte Bretterboden, die klobigen Tische, die Sessel mit den alten Lederbezügen, die Bänke, die auch das größte Schwergewicht mit Leichtigkeit aushalten, den prächtigen grünen Kachelofen, das Familienwappen oberhalb des Stammtisches, die Jagdtrophäen an der Wand, das Bild vom Männergesangsverein aus anno dazumal, die stierblutgetränkten Tramen am Plafond und das Ticken der Standuhr. Hier wird das Aspacher Urbräu gezapft, das sehr leicht schmeckt und daher auch für Autofahrer geeignet ist. Mein Sammlerfreund Hans Trauner aus Mettmach fühlt sich in diesem schönen Wirtshaus nicht so wohl, weil hauptsächlich Großbauern hier einkehren. Am 13.3.2009 kehre ich wieder einmal mit Badewannenbraumeister Ernst Eibensteiner ein und freut sich die gesprächige und nette Wirtin Hilda über unsere Zukehr und weist uns einen Platz am leeren Stammtisch zu, nur auf einen Sessel dürfen wir uns nicht sitzen, da dieser für den 92jährigen Bräu der Hofmann Brauerei reserviert ist. Das Leder der Sessel ist aus der Haut von Fohlen angefertigt und musste im Laufe der vielen Jahre bereits mehrmals erneuert werden. Ich trinke einen Liter Aspacher Urbräu und bestelle als Unterlage dazu eine "Knacker in d` Hand", die mir mit Salz und Pfeffer auf einem Teller serviert wird. Die Wirtin übergibt mir ein Prospekt des vorjährigen 8. Innviertler Gstanzlsingens und empfiehlt mir die besten Sitzplätze mit guter Aussicht auf die Bühne und Nähe zur Schank. Daraufhin besichtige ich den in einem Nebentrakt im ersten Stock untergebrachten Innviertler Saal mit der Wandmalerei hinter der Bühne. Im Saal war zuletzt eine Taubenausstellung und stehen daher die Doppelbänke und Bänke ohne Lehne am Rand des Saals. Leider geschlossen.

Die Sessel mit Fohlenhaut im Braugasthof.

 

Gasthaus Zur Kaiserlinde: Polling zw. Ried und Altheim

Holztramdecke, dunkel eingelassener Schiffboden und alter Stammtisch neben Kachelofen sind die Einrichtung dieser typischen urigen Innviertler Gaststube. Das an der dunklen Tramdecke hängende 1,5 Liter fassende Bierhorn eines ungarischen Ochsens hat ein Viehhändler besorgt. Da früher die Feuerwehr daraus getrunken hat, berichtet die Wirtin bei meiner ersten Einkehr, dass das Ansetzen des Horns allerdings nicht sehr einfach sei. Die Altwirtin berichtet weiters entrüstet, dass vor einiger Zeit Gäste das Bierhorn sowie alte Aschenbecher entwenden wollten. Im Nebenzimmer wurden Tramen aus Lärchenholz freigelegt. Als ich die Altwirtin sowohl auf die Schönheit der Gaststube als auch auf das Buch "Wo der Franz sein Bradl ißt" anspreche, ist sie darüber nicht gerade begeistert. Sie wurde nämlich über die Aufnahme in das Buch nicht verständigt. Bei einem Besuch der jungen Wirtin in der Buchhandlung Amadeus in Linz hat nämlich deren Freundin durch Zufall das Wirtshaus im Buch entdeckt. Die Stammtischgäste freuen sich aber, als ich sie samt Einrichtung fotografiere. Da Stiegl gezapft wird, trinke ich ein helles sowie dunkles Weizengold zur Essigwurst. Im August 2011 fahre ich den Römerradweg und freue mich bei der Einkehr, dass die Gaststube unverändert ist. Aufgrund des schönen Wetters sitzen an diesem Sonntag alle Frühschoppengeher unter der Linde.

 

Gasthaus Familie Hubert Streif: Weilbach, Voitshofen 1

Ein Stammgast der Kaiserlinde verrät mir am 20.2.1999 dieses wunderschöne Gasthaus. Bei der Ankunft ist der lange Stammtisch mit ca. 25 Jägern voll besetzt, die hier nach dem Bezirksjägertag zur Jause einkehren, da der Wirt ebenfalls Jäger ist. Laut Didi liegt hier noch ein gepflegter alter Ladenboden, der seinesgleichen sucht. Auch die Doppelbänke sind uralt, ebenso wie etliche schmale alte Tramen, die insgesamt ein herrliches Bild einer alten Gaststube ergeben. Auch die verzierten alten Fliesen im riesigen Vorhaus verschaffen bereits das richtige Entree. Als ich die Wirtin auf die herrliche Einrichtung anspreche, meint sie, dass es im Innviertel nur mehr 3 urige Wirtshäuser gibt, das Gasthaus Zur Kaiserlinde, den Braugasthof Zwink und natürlich das ihre. Sie gibt mir eine Visitenkarte, wonach es Most natur, hausgemachtes Bauernbrot, Bauernjause und Radi gibt. Die Wirtin verweist auch auf den schönen, ruhigen Gastgarten, der auch von Radfahrern gern aufgesucht wird. Ebenso wie die meisten Jäger verzehre ich gemeinsam mit Didi eine Brettljause. Das gut gezapfte Rieder Bier schmeckt unglaublich leicht, sodass ich gleich 3 Halbe trinke. Einer der Jäger spricht uns an, ob wir auf der Reise sind, um Wirtshäuser aufzukaufen. Die zahlreichen Trophäen in der Gaststube stammen vom Wirt und den Vorfahren. In der Gaststube und im kleinen Nebenzimmer, in dem die alte Schank untergebracht ist, liegt ein alter Bretterboden, das ist einer bei dem die Bretter mit Nägel festgemacht sind, im Gegensatz zu einem Schiffboden, der durch Nut und Feder verbunden ist. Toni schmeckt das Rieder Bier aufgrund der Temperatur aber auch das Gulasch ausgezeichnet. Franz Habringer gefällt die 70jährige Vertäfelung, die wegen dem Rauch jeden Monat gereinigt und imprägniert wird. Der Wirt zeigt uns sofort auch den im ersten Stock gelegenen Saal, in dem allerdings kein alter Boden vorhanden ist und in dem Tische und Sessel fehlen. 

Leider geschlossen.

Gastzimmer Streif

 

Braugasthof Mehrnbach Regina Koller: Mehrnbach Nr. 18

In Mehrnbach wurde in den Jahren 1868-1902 die Freiherrliche von Venningen`sche Bierbrauerei betrieben. Dies weiß die Wirtin nicht, da sie glaubt, daß ihr Braugasthof zur Schloßbrauerei Riegerting gehörte. Die Gaststube hat noch alte Doppelbänke und eine alte Holztafel, auf der das Riegertinger Pils beworben wird. Nun jedenfalls wird Schnaitl Bier gezapft.  

Gasthaus Zauner/ Pilstl: neben Gemeindeamt Pram

Die Wirtin berichtet, daß ihre Musikbox weitum berühmt war; auch die Kalbsbraten am Sonntag bereits zum Frühschoppen waren begehrt. Alte Bierkrüge aus den 30iger Jahren wurden während der Ami-Besetzung vergraben und sind heute in der Gaststube angekettet ausgestellt. Bei der Gasthausreise am 23.3.1997 mit Didi und Kaufmann haben wir dieses Lokal am urigsten empfunden, wahrscheinlich wegen der Dispute mit den Stammtisch Gästen. Gösser Bier gut gezapft.

 

Gasthaus Bramberger Leopold & Sohn: Eggerding , Teilhaber der Ziegelwerke Utzenaich, Salzburg und Ottenbach.

Die Gaststube wurde leider 1995 neu und hell eingerichtet. Das Nebenzimmer beherbergt jedoch noch Schätze wie Spieluhr (Wert lt. Didi S 40.000,--), Ledersessel, bemalte Decke, Kästen und wird auch noch von den Jägern sporadisch benützt. Die Wirtin trinkt nach eigenen Angaben etliche Halbe gut gezapftes Baumgartner Märzen und hätte die Gasthausreise gerne mit uns fortgesetzt. Am 23.10.1998 lese ich in den Kammernachrichten, daß Leopold Bramberger Konkurs anmelden mußte.

 

Gasthaus Wolfsteiner: Stroheim, Wögern 1  v. Stroheim ca. 3 km Richtung Waizenkirchen . Als Wirtshaus nicht leicht zu erkennen, da kein Schild und zugleich Bauunternehmung.

Gaststube, Nebenzimmer und Saal im ersten OG haben noch einen uralten Schiffboden. Die liebe junge Wirtin  hat das Wirtshaus soeben übernommen und hat für die alte Einrichtung etwas übrig. Aus der alten Schank rinnt seit vielen Jahren Schlägl Bier. In das Wirtshaus kehren auch Linzer ein wegen dem guten Bradl, das es aber nur auf Vorbestellung gibt. Der Karpfenteich neben dem Wirtshaus dient im Winter zur Hälfte dem Stockschießen und dem Eislaufen. Peter hat im Karpfenteich bereits etliche Male köstlich schmeckende Karpfen geangelt. Die junge Wirtin liebt urige Wirtshäuser und bedauert, daß das Wirtshaus Brandner neben dem Schilift den alten Kachelofen abgerissen hat. Ich kann sie beruhigen, daß dieser Kachelofen nicht verloren ging, sondern in unserem Haus von Didi neu gesetzt wurde.

 

Gasthaus Wendlik: Usting14, Bruck-Waasen südlich Richtung Kallham

Als wir am späten Sonntag Nachmittag des 23.8.1998 in Usting eintreffen, sehen wir bereits außen, daß das Haus aus Gaststätte und Gemischtwarenhandlung besteht. In dem neben der Gaststätte liegenden Kaufhaus gibt es alles, sogar Wäsche, und ist das Geschäft am Sonntag 17.00 Uhr stark frequentiert. In der Gaststube stehen abgenützte Resopaltische mit alten ockerbraun gestrichenen Doppelbänken. Auf den Tischen stehen Körberl mit allerlei Süssigkeiten und Nüssen aus der Greißlerei. Das Ritter Bräu wird bestens gezapft, sodaß vorbildliche Trinkringe bleiben, leider schmeckt das Bier aber sehr leicht. Laut Wirtin wird das Bier durch einen Durchlaufkühler gekühlt und wird aber bewußt wenig Kohlensäure beigemengt, weshalb das Bier weitum bekannt ist. Die Einladung zum Grillen mit Kotelett und Würstel können wir nicht mehr annehmen.

 

Gasthaus Zeller vulgo Soialoaka: Ortschaft Sieberer zw. Pfaffing und Fornach

Im September 98 suche ich dieses idyllisch abgelegen Landgasthaus auf. Am Stammtisch werden lebhaft die Probleme der gesamten Welt, insbesondere von Rußland, diskutiert. Es kehren Jäger ein und lehnt ein Gewehr in der Gaststube. Leider wurde erst vor kurzem innen renoviert und kann ich aber noch erahnen, daß es hier vorher urig war. Trotzdem schmeckt mir die Brettljause zu Zipfer Märzen.

 

Gasthaus Padinger: Fornach, Walligen 1

Am 18.10.2000 kehre ich in diesem abgelegenen Landgasthaus ein und bietet mir der Wirt sofort einen Platz am Jaga-Stammtisch an.Der Senior-Wirt ist sehr gesprächig und urig. Neben dem Stammtisch hängt ein Zeitungsausschnitt der OÖN, in dem der Wirt beim Brotbacken abgebildet ist. Auf dem 40 Jahre alten Backofen kann er 16 große und ein paar kleine Laibe Bauernbrot backen. Bekannt ist das Wirtshaus auch wegen der Krapfen und Pofesen. Während meiner Anwesenheit bestellen 3 Gäste einen Fasan für den Staatsfeiertag, den der Junior-Wirt aber erst schießen muß. Im Gasthaus findet jeden 2. Samstag im Monat ein Musikantenstammtisch mit Gstanzlsingen statt. Padinger sen. jammert über die viele Stallarbeit und möchte das Vieh abgeben und nur mehr Säue halten. Die Atmosphäre ist sehr gemütlich und wird jeder Gast mit Du angeredet.

 

Wirt z`Waldkirchen / Eva Perndorfer: Waldkirchen am Wesen Nr. 27

An meinem Geburtstag 2000 kehre ich das erste Mal in dieses urige Wirtshaus ein, in dem nebenbei auch ein Getränkemarkt geführt wird. In der Stube wurden in den letzten 30 Jahren sicher keine Veränderungen durchgeführt. Es ist noch ein alter Boden vorhanden, der bereits sehr abgenützt ist; der Tram wurde weiß übermalen und gibt es auch noch die alten Tische. Ich nehme am runden Resopalstammtisch Platz und weist die Platte bereits etliche Schrammen und Löcher auf. Ein betagter Gast fragt mich sogleich, ob ich im Mühlviertel einen Pächter für das ihm gehörige Gasthaus in Straß bei Alkoven wisse, die Mühlviertler seien nämlich tüchtige Leute. Ein anderer meint, auch in "Peiba" (Peuerbach) werde ein Pächter für ein Wirtshaus gesucht. Das Haus in Waldkirchen gehört der Miniwirtin aus St. Agatha.

Am 24.11.01 begleitet uns Alois Ellmer aus Wesenufer in das Wirtshaus und dürfen wir nach einiger Zeit am Stammtisch Platz nehmen. Neben dem Stammtisch ist an der Wand ein hölzener Hirschkopf angebracht, der von den Stammgästen als Garderobe für Kappen missbraucht wird. Die Gäste berichten, dass dieser Hirschkopf älter ist, als der 95jährige Gemeindeälteste. Daneben hängt ein uraltes Schwarz-Weiß-Bild des Schusters, der laut einhelliger Meinung der Gäste an mehreren Stätten „geschustert“ hat. Der Vizebürgermeister von Waldkirchen kassiert während unserer Einkehr vom widerwillig zahlenden Alois Ellmer den ausständigen Mitgliedsbeitrag der Union Wesenufer in Höhe von 150 Schilling. Das auf einem Plakat in der Gaststube angepriesene Fasanessen für nächsten Tag im Cafe können wir leider nicht wahrnehmen. Der Sohn Thomas ist auch beim Gugler in Schlögen als Koch angestellt und soll daher ausgezeichnet kochen. Die Wirtin Eva ist fotoscheu und entfernt sich, was möglich ist, da neben dem Sohn auch noch der Stammgast Wallner eine Inkassoberechtigung hat. Alois Ellmer warnt den Wirtssohn, dass nach meiner Einkehr schon oft urige Wirtshäuser geschlossen wurden, was dem Wirt natürlich nicht gefällt. Leider merke ich erst am Schluss, dass es neben Stiegl Bier auch Puntigamer gibt.

In der Nähe der Kirche sehe ich einen Wegweiser zur Bräukapelle und berichten die Stammgäste, dass diese im Wald auf halben Weg nach Wesenufer liegt. Es gibt dort auch ein Waser, das gegen Augenleiden hilft. Leider Umbau.  

Felsnwirt z` Kneiding: Gasthaus Brigitte und Franz Jodlbauer östlich von Schardenberg, Schönbach 9

Der neue Braumeister im Schmankerlhof Josef Mittermaier macht mich auf dieses urige Wirtshaus aufmerksam, in dem Baumgartner Bier in einem Felsenkeller gezapft wird. Am 5.7.2003 kehre ich daher in diesem im Herzen des Sauwaldes idyllisch im Kößlbachtal gelegenen Wirtshaus ein. Wie angekündigt wird das Bier in einem über der Straße gelegen Felsenkeller natürlich und optimal gekühlt und gezapft. Die Wirtsleute müssen für jede Halbe die Straße queren und holen das Bier von Frühling bis September aus dem Naturkeller. Der sympathische Wirt legt Wert darauf, dass das Bier mit einem ordentlichen Krapfen gezapft wird. Da das Bier so ausgezeichnet gezapft wird, trinke ich 3 Halbe Baumgartner, eine davon muss mir die Wirtin im Regen über die Straße tragen. Dem Wirtshaus angeschlossen ist auch eine alte Ladenkegelbahn, die direkt über dem Bach liegt. Zu erwähnen und sehenswert ist auch die gegenüber des Wirtshauses gelegene "Auer Kapelle", die 1862 von den Hammerschmiedleuten erbaut wurde und vor kurzem durch den "Verein zur Erhaltung der Kulturgüter des Kösslbachtales, insbesondere der Ortschaft Kneiding" restauriert wurde. Insgesamt ist der "Wirt z` Kneiding" ein uriges Wirtshaus, abgelegen in einem romantischen Tal mit ausgezeichnet gezapftem Bier. Geöffnet Mo-So 14-24 Uhr, Sa+So ab 10.00 Uhr. Tel.: 07713/6856. 

Der nette Wirt Franz zapft mir im Felsenkeller ein Bier mit Krapfen.

Die Wirtin trägt mir das Bier im Regen über die Straße.

 

Wirt in der Pfleg Josefine Grabmayr: 4710 Schlüßlberg, Teternbach 2. In Zentrum Bad Schallerbach Schönauerstraße in Richtung Wald fahren.

Am 16.2.2002 gelangen wir nach längerem Suchen über nicht asphaltierte Güterwege zu diesem sehr abgelegenen Landwirtshaus. Auf der Anfahrt überqueren bei beginnender Dunkelheit mehrmals Rudel von Rehen und Hasen unseren Weg. Wir nehmen in der Gaststube auf alten hellbraun gestrichenen Doppelbänken und einem Resopal-Tisch Platz. Der daneben stehende Jägerstammtisch ist voll besetzt und steht auf dem Tisch ein 15 Liter Grieskirchner Bierfass, aus dem sich die Gäste das Bier selbst zapfen. Der lustigen Runde wird dann eine große Rein mit Schnitzel aufgetragen und lassen es sich die Jäger gut schmecken. Was sie feiern, verraten sie mir allerdings nicht. Wir bestellen eine Brettljause, zu der Resopal Jausenbretter gereicht werden und die ausgezeichnet schmeckt. Auch die Essigwurst mundet Peter sehr. In der Gaststube ist auch noch ein alter mächtiger Kachelofen vorhanden, neben dem der Stammtisch steht. Die Wirtin ist trotz der Hektik sehr freundlich. Auch vor dem Haus wird im Garten ausgeschenkt und gibt es einen großen Kinderspielplatz. Leider geschlossen.

 

B ) Mühlviertel:

Gasthaus Wirtbauer Helga Bauer: Sandl Nr. 10

Die Gaststube ist noch mit Bretterboden, Doppelbänken und Kachelofen eingerichtet. Am 19.10.1997 entfleuchen Peter und ich aus dem nebeligen Linz und genießen ab Oberrauchenödt einen sonnigen Herbsttag in Sandl. Laut Tankwart ist das Wetter in Sandl so schön, weil hier oben die Leute noch beten. Bei unserem Zweitbesuch erzählt uns die liebe Wirtin Helga Bauer, dass die jetzige Gaststube im Jahr 1949 umgebaut und eingerichtet wurde, was auch auf einem handgeschrieben Dokument zu lesen ist. Die Brettljause ist sehr gut, ein Topfenbrot und die Halbe Freistädter kosten je 27 Schilling. Es kehren nach uns Wanderer ein, die nach Besteigung des "Kuhberges" (Viehberg) ebenfalls jausnen. Die Wirtin berichtet, dass das Buch "Wo der Franz sein Bradl ißt" neben uns schon einige Gäste angelockt hat, obwohl es schon mehr sein könnten. Die Wirtin bestätigt, dass im Mühlviertel durch den frühen Fremdenverkehr nur noch wenig urige Wirtshäuser erhalten sind. Am 16.5.2009 kehre ich mit dem Stammtisch bei der Bierreise nach Weitra wiederum ein genießen das Bier in der wunderschönen Gaststube. Ein Cousin der Wirtin hat das Buch "Das Leben auf dem Land" herausgegeben und das seit 1905 geführte Gasthaus darin mit Bildern ausführlich dokumentiert. Leider ist nur mehr sporadisch geöffnet.

 

Gasthof Zur deutschen Hand / Wurm: St. Oswald bei Freistadt, Neudorf 7

Am 14.8.1999 suche ich mit Fritz Mitterer und Kollegen dieses sehr urige Gasthaus auf. Die nette Wirtin hat nichts gegen das Fotografieren und lädt mich gleich ein, auch die Küche mit dem alten Ofen abzubilden. Allerdings bittet sie mich, ihr Fotos zu schicken, was bereits viele Gäste versprochen, aber nicht gehalten haben. In der niedrigen Stube liegt ein alter Holzboden aus dem Jahr 1942 und stammt auch die weitere Einrichtung aus den 40iger Jahren. Der Holztram wurde weiß übermalt, da er bereits vermorscht ist. Neben dem Stammtisch hängt eine "Gedenktafel" auf der die aus St. Oswald im 2. Weltkrieg Gefallenen und Vermißten abgebildet sind. Weiters hängen Geweihe an der Wand, eines davon von einem Rehbock, den der Vater von RA Erich Kaltenbrunner kurz vor seinem Tod geschossen hat. Da er gern hier eingekehrt ist, hat er das Geweih im Wirtshaus aufgehängt. Überhaupt verehrt die Wirtin noch heute den Vater von Erich als "feinen Mann". Zur Jause nehmen wir kaltes Schweinernes und Essigwurst um je S 35 sowie ein belegtes Brot um S 25 ein. Die Wirtin berichtet, daß vor einiger Zeit holländische Star-Anwälte anläßlich eines Biertreffens bei ihr eingekehrt sind. Bei unserer Einkehr ist nicht angeschlagen und trinken wir den Freistädter Ratsherrn aus der Flasche. Da es eines der urigsten Wirtshäuser ist, die ich kenne, danke ich Erich Kaltenbrunner besonders. Am 17.5.2009 kehre ich wiederum ein und muss feststellen, dass der Bretterboden leider durch einen Parkettboden ersetzt wurde, da er lt. Wirtin nicht mehr zu reinigen war.

 

Wirtshaus Pammer: Hirschbach, Guttenbrunn 3

Die Besonderheit der Einrichtung besteht aus Holztram und alter Uhr. Ich habe hier bereits eine sehr gute Speckjause aus eigener Schlachtung sowie Lammbraten gegessen. Stefan Obermair/Schanktechnik Hertig hat als Jugendlicher öfter beim " Hubert z` Guttenbrunn" gezecht, beispielsweise am Vortag des Muttertages, weshalb der Wirt um 3.00 Uhr zu Bett gegangen ist und die Gäste um Stricherl gebeten hat. Als er aufgestanden ist, waren die jugendlichen Einkehrer noch immer anwesend. Auf der Fahrt mit dem Rad von Summerau auf der Trasse der Pferdeeisenbahn nach Linz kehre ich öfters ein.

 

Luka Wirt: Sandl, Eben 11

Der urige Wirt bedient uns bei der ersten Einkehr Anfang der 90er Jahre  in Gummistiefeln und schreit in die Küche: "Menscha richt`s a Jausn her". Das abgelegene Wirtshaus mit einem Tram aus 1763 wurde damals in einem Wiener Journal als urig empfohlen. Das Freistädter Bier wurde zu kalt gezapft. Der Lukawirt gesteht mir allerdings, dass er aus verschiedenen Gründen Freistädter Bier ausschenken muss, sein Lieblingsbier aber Kaiser Doppelmalz ist, das er auch vom Faß führt. Leider ist der urige Wirt verstorben. Am 17.5.2009 kehre ich mit RA Kaltenbrunner ein und serviert uns der Sohn  einen deftigen Schweins- bzw. Surbraten, die ausgezeichnet sind. Wir haben gerne einige Zeit gewartet, da die Semmelknödel erst frisch zubereitet werden mussten. Pommes gibt es hier nicht. Im Freien gibt es eine Natur-Ladenkegelbahn, wo man "auf eigene Gefahr Kegel scheiben" kann, im Winter Eisbahnen.

 

Bussi Wirt Ernst Raml: vulgo Grazerwirt Grüner Baum: Alberndorf, Grasbach Nr. 13

Alte Einrichtung und Schank mit Linzer- Bier Schild. Beim Drittbesuch erkennt mich der Wirt trotz vieler Gäste als Brauerei-Mitarbeiter und nimmt sich Zeit. Er teilt mit, daß er Bier beim Brau-AG Depot Rader in Gallneukirchen und für die Grieskirchner Brauerei ausgeführt hat. Der Wirt zapft Kaiser Goldquell, daß seine Gäste sehr schätzen. Vor Jahren hat er eine Umstellung auf Kaiser Premium wegen seiner bierorientierten Stammgäste abgelehnt, obwohl er von der Brauerei ein Faß Bier und 3 Kartons Gläser bekommen hätte. Ein im Mühlviertel übliches Kaiser Märzen würden seine Gäste ebenfalls ablehnen. Aufgrund eines Preisackerns wird auf dem alten Holzofen ein Häfen mit Gulasch für 30 Gäste aufgewärmt. Leider wurde der alte Saal im Obergeschoß seit meinem letztem Besuch ausgebaut. Die Gaststube soll angeblich unverändert urig bleiben. Leider geschlossen.

 

Gasthaus Wildbad Annemarie Lestina: Pulgarn Nr. 25 Reichenbachtal

Dipl.-Ing. Gerald Lindner organisiert mit der Landesregierung einen Betriebsausflug zu diesem abgelegenen Wirtshaus und fährt nochmals Mitte Mai 2001 mit mir hin. Das Wildbad liegt idyllisch und finden dort keine Fremden hin. In dem neben einem Bach gelegenen Naturgarten kann man sich selbst die Biertische je nach Sonnenbedürfnis stellen. Auf alten Tafeln an der Hauswand steht, welche Jausen es zu welchen Preisen gibt und erinnert mich der Ausschank sehr an die Keller in Franken. Leider habe ich bei meiner ersten Einkehr keinen Fotoapparat mit. Wer Lust hat, kann die Füße im Bach abkühlen oder sich auf der frisch gemähten Wiese niederlassen. Dieses Wirtshaus ist daher insbesondere wegen dem urigen Garten aufzunehmen und für Radtouren sehr geeignet. Leider geschlossen.

 

Strass-Häusl Wirt : Steinstraß Nr.1, zw. Hofkirchen und Lembach, Gemeinde Putzleinsdorf, Post Pfarrkirchen.

In das Wirtshaus kehren hauptsächlich Baggerfahrer der Firma Mühlberger und Feuerwehrmänner der FF Ollerndorf ein. Am 14.3.1998 ködere ich Johann Gumplmayr als Chauffeur und besuchen wir den Wirt z` Straßhäuseln, da Gefahr besteht, daß das Wirtshaus auch am Samstag nicht mehr aufsperrt. Der Stammtisch ist Punkt 16.00 Uhr fast voll besetzt und trotzdem werden wir angesprochen, wieso wir einen neuen Tisch anfangen. Von den Stammgästen kenne ich einen Postchauffeur aus Irnezedt, der sich lautstark beschwert, daß ihm mein Vater eine Lüge angehängt hat, die er für wahr gehalten hat. In der uralten unveränderten Gaststube fehlt eigentlich nur der Kachelofen, der nur einen Ölofen ersetzt wurde. Der uralte Tram in der niedrigen Stube wurde weiß übermalen was aber Urigkeit keinen Abbruch tut. Da Gumpi fährt, kann ich 4 Halbe Kaiser Märzen genießen. Am 24.4.1999 kehre ich endlich mit meinem Hausherrn Didi bei den neuen Wirtsleuten ein. Am Samstag nachmittag ist das Wirtshaus um 17.00 Uhr voll besetzt und teilt uns die Wirtin mit, daß die alte Tramdecke mittels Sandstrahlen von der Farbe befreit wurde. Es ist nun die Jahreszahl 1807 und der Name des Erbauers am Tramen zu lesen. Leider wurden die Tramen durch das Sandstrahlen etwas beschädigt. Die freundliche und neugierige Wirtin erklärt uns, daß das Haus seit jeher ein Wirtshaus sei, da es an der Salzstraße liegt. Neu ist in der Wirtsstube ein Gußeisenofen a la RIKA, der den alten Ölofen ersetzt. Die Wirtin betont weiters, daß es nur mehr wenige Wirtshäuser dieser urigen Art gibt und deshalb unbedingt die urige Atmosphäre erhalten bleiben soll, wozu ich ihr besonders gratuliere. Am 9.5.1999 setzt sich der Altbauer Huber aus Harrau zu uns und erzählt von urigen Wirtshäusern der Umgebung, wie den Harbach-Wirt oder das Gasthaus Steinwender, die leider zugesperrt haben.

 

Gasthaus Reingruber:  Oedt 4, Lichtenau im Mühlkreis, Haslach nördl. Richtung Hörleinsödt.

Altes seit Jahren nicht verändertes Bauernwirtshaus mit altem Wirtehepaar. Doppelbänke, alte Schank und leider geweißneter Tram. Die Gaststube ist aufgrund Schneetreiben am 5.April kalt, sodaß die Gäste in der geheizten Küche Karten spielen. Leider geschlossen.

 

Wirt z`Meising/Oberpeilsteiner:  Sprinzenstein Richtung Sarleinsbach, in Lämmersdorf links nach Meising.

Eines der urigsten Mühlviertler Bauernwirtshäuser, die ich kenne. Der Wirt nimmt sich trotz der 26 ha großen Landwirtschaft Zeit und holt uns einen Krug Most aus dem vis à vis gelegenen Troadkasten. Die Bauernjause bestehend aus einer Schnitte Speck, Schweinsbraten, gekochten Fleisch, abgefaulten Topfenkäse und selbstgebackenen Brot schmeckt hervorragend. Der Wirt preßt über 100 Eimer Most im Troadkasten und kostet eine Halbe Most 12 Schilling, das Seidel 8 Schilling, ein Stamperl Korn 10 Schilling und die Brettljause 40 Schilling; ein gekochtes Ei drängt Wirt Albert nachträglich gratis auf. Der Wirt klärt uns über die aktuellen Probleme der Landwirtschaft auf, auch daß das händisch gewendete Heu eine bessere Milchleistung bringt. Er will mir zuerst Schlägl Bier einschenken, da dieses würziger ist; als ich eine Flasche Kaiser Faßtyp verlange, hält er mich für einen Sozialisten, da diese auch das Schlägler Bier verweigern; die Jäger haben früher Gösser getrunken. Kein Sperrtag, da sich sonst die Gäste verlaufen. Der Wirt verweigert auch einen Fernseher, da dieser das Zusammensitzen und das Zusammenreden verhindere.

Am 24.6.01 kehre ich mit Sohn Peter im Zuge einer Radtour durch das Tal der Kleinen Mühl vormittags ein. Ich bestelle eine kalte Jause und wird mir wieder ein Brettl mit Speck, Surbraten und Fleisch sowie ein Schüsserl mit saurem Käse und Topfenkäse serviert. Der „saure Käse“ ist eine Spezialität des Hauses und entsteht, wenn Topfen drei Tage (im Sommer) offen verfault. Zum Jausenbrett wird ein äußerst scharf geschliffenes Messer , jedoch keine Gabel oder Serviette gereicht. Die Jause schmeckt wie bei Muttern und wird auch das Brot selbst gebacken. Wir hören die Säue grunzen und sagt die Wirtin, dass keine Schweine verkauft werden und alles selbst gebraucht wird. Weitere Gäste kommen täglich erst ab 15.00 Uhr, und zwar aus der näheren Umgebung, aber auch viele Besucher aus Deutschland. Deutsche bis aus München aus gehobener Schicht fahren vor allem wegen der deftigen Kost her, die ihnen mehr schmeckt als das „gespitzte“ Essen. Ich gebe der Wirtin aufgrund der vielen Auskunft 15 Schilling Trinkgeld und meint sie „net so viel“. Als wir mit dem Rad weiter fahren weist sie uns eine Abkürzung, die sich aber als morastiger und verwachsener Waldweg neben der Mühl entpuppt. Das Wirtshaus ist ein „Muss“ für Liebhaber deftiger und frischer Bauernkost.

 

Jause Wirt z`Maising

Einkehr per Rad mit Familie Lindner.

Gasthaus Zur schönen Aussicht / "Winglarin" / Lindorfer: Dambergschlag nördlich von St. Stefan

Als wir am 10.10.1999 dieses nahe der tschechischen Grenze gelegene Gasthaus aufsuchen, ist von der Aussicht leider nichts zu sehen, da hier dichter Hochnebel herrscht. Christoph Mißbichler bezeichnet diesen als "Wulda (Moldau) Nebel". Stammgäste meinen allerdings, daß es meist umgekehrt sei, hier die Sonne scheine und man auf die Nebeldecke unterhalb blicken kann. "Wingla" ist der Hausname des Bauernhofes, an das das Gasthaus angebaut wurde. Als ich am Sonntag Nachmittag eintreten will, ist die Haustüre versperrt, obwohl ich ein paar Leute im Innern sehe. Wie ich nach der Umkehr wieder vorbei fahre, kommen zwei Männer aus dem Haus, von denen einer sein Bier neben der Gasthaustüre abläßt. Ich frage darauf hin, ob offen sei, und höre, daß die Wirtin die Haustüre wegen dem jungen Hund zusperrt, da dieser immer ausbricht, beispielsweise auf den Misthaufen des Nachbarn bzw. Motorradfahrern nachläuft und dann nicht mehr heimfindet. Ich trinke Gösser Märzen aus der Flasche und fragt mich die Wirtin, ob ich kaltes oder temperiertes Bier will, mehrmals dann auch, ob die Temperatur paßt. Die Wirtin selbst trinkt Pepsi Cola "zur Beruhigung". Der Wirtin fällt unser "Sie" auf und meint sie dazu, daß es ihr im Herzen weh tut, dass wir von einem Stammgast gleich mit "Du" angeredet werden. Letzte Einkehr im November 2009. Leider verstorben.

Gasthof Zur Linde / Haudum:  Helfenberg

Am 10.10.1999 kehre ich zum wiederholten Male ein, fotografiere aber erstmals die an ein Bahnhofrestaurant erinnernde Gaststube. Leider darf ich wegen Beate nicht an dem in der Mitte stehenden grünen Resopaltisch Platz nehmen, sondern muß an einem Ecktisch sitzen. Peter Haudum macht aber ein von Foto von mir, bei dem ich alleine auf diesem Tisch ein Schwechater Zwickl trinke. Mein Freund und Haudum-Stammgast Christoph Mißbichler aus Helfenberg berichtet mir später, dass der Tischler Traxler den Resopaltisch gezimmert hat und deshalb der Sohn Kurt einmal behauptet hat, die Länge mit 2,05 m genau zu wissen. Die anwesenden Stammgäste verlangen sofort eine Überprüfung dieser Behauptung. Als Maßeinheit bietet sich der anwesende amtierende Vizebürgermeister an, der selbst 2,03 m groß ist. Er muß sich daraufhin auf den Tisch legen und wird von allen Anwesenden festgestellt, dass der Tisch tatsächlich geringfügig (2 cm) länger ist. Auf den übrigen kleinen Tischen sind leider Tischdecken aufgelegt. In der riesigen Gaststube dominieren wuchtige schwarze Tramen und Geweihe, die von der Decke hängen. Am 10.10.2009 kehre ich wieder einmal mit meinem Hausherrn Didi und seinem Schulkollegen Bürgermeister Stefan Hölzl ein und jausne ich einen von Peter Haudum selbst geselchten Speck, der ausgezeichnet ist. Peter sticht extra für uns das 1. Fass Kaiser Granat an und spendiert eine Runde Seidl. Der Gasthof Zur Linde ist eines meiner Lieblingswirtshäuser in meinem Heimatbezirk Rohrbach, wo ich gerne ein von Peter perfekt gezapftes Kaiser in der urige Gastube trinke. www.haudum.at

Am langen Tisch mit Christoph und Schwippschwager Karl und Bernadette.

Rasthaus Pauline Pfleger: bei Grenzübergang Hanging, Kollerschlag.

Habe das alte Gasthaus anläßlich eines Tankstops entdeckt und berichtet die alte Wirtin, dass sie im Juni 1997 anlässlich der Marktfeier der Gemeinde Kollerschlag mit Gedenken an den Einmarsch der US-Truppen 200 Brettljausen serviert hat. Die hohen amerikanischen Offiziere und die o.ö. Politiker haben sich bei ihr im Nebenzimmer wohl gefühlt. Obwohl sie Kaiser führt, serviert sie mir als Seidel ein Reininghaus Pils, das ihr Gruber aus Aigen liefert. Am 24.11.01 kehre ich mit Franz Dorninger und Karl Schwendinger nochmals ein und werden wir an diesem Tag mit Kaiser Märzen aus der Flasche bewirtet. Der Wirt schenkt mir eine alte Ansichtskarte, auf der neben Hanrieders Geburtshaus auch das Gasthaus, damals noch als Finanzwach-Kaserne, abgebildet ist. An diese Zeit erinnern noch die Gewölbe in der Gaststube.

 

Gasthaus Lindenmühle/Max Koblmüller / von Einheimischen "Saumühle" genannt: zw. Kollerschlag und Peilstein

Gasthaus und Sägewerk. Der sangesfreudige Wirt freut sich über unseren Besuch und packt bald die Ziehharmonika aus. Da er aufgrund eines Musikantentreffens übernachtig ist, läßt er die Arbeit in der Säge und am Feld sein und schickt seinen 15jährigen Sohn heuen. Die Stammgäste sitzen auf Doppelbänken und trinken Kaiser aus der Flasche, obwohl das Faßbier tadellos ist. Der Wirt trinkt allerdings wegen der langen Nacht Pepsi Cola. Als wir das Wirtshaus verlassen läuft er uns zum Auto nach und spendiert uns eine Runde Pflaumenlikör.

 

C) Traunviertel

 

Gasthaus Steinkogel  Frau Toni Wimmer : Ebensee, Langwies Nr. 28

An alter Straße ca. 3 km von Ebensee Richtung Bad Ischl gelegen. Kein Telefon wegen Ruhe und Kosten. Eines der urigsten Wirtshäuser, die ich kenne. Kein Bierschild heraußen und nur durch Salettl bzw. Holztische vor Eingang als Gasthaus erkannt. Die Wirtin sperrt bei der Ersteinkehr wieder hinter uns wieder zu, damit niemand eindringt. Die Öffnung ist reiner Zufall, da die Wirtin wegen Schlechtwetter für ihre 18 Kühe nicht heuen kann bzw. nur aufsperrt, wenn sie Lust hat. Gaststätte in 650 Jahre altem Gewölbe. 60 alte Sessel aus 30 bzw. 50iger Jahre stehen in angebauter Laube. Auf den alten Sesseln hinterlassen lebende Holzwürme als Haustiere kleine Haufen, die wir vor Platznahme entfernen. Die Wirtin schaut mit ihrer ehemaligen Hilfskraft alte Fotos an und zeigt mir dabei alte Rechnungen der Brauerei Gmunden aus dem Jahr 1957. Angeblich hat sie noch weitere alte Souvenirs von Gmunden. Sie behauptet auch, daß sie den BBAG General Dr. Brandl von früher her gut kennt, ebenso wie alle maßgeblichen Aktionäre der alten Brau AG. Tobias bekommt auf Bestellung Radler ½ l Flasche Kaiser Faßtyp samt Schartner Bombe und wird von der Wirtin strengstens befragt, ob er schon über 16 Jahre ist, da sie sich nicht strafen lassen will. Die Wirtin ist überhaupt sehr resolut und beschwert sich, dass alle derzeitigen Kellner unbrauchbar sind. Das alte originale Plumpsklo befindet sich außerhalb bei der Straße neben der Wagenhütte. Das Kaltenhausner Kaiser Flaschenbier wird vom Verkaufslager Bad Ischl geliefert. Im Buch " Auf Sommerfrische in Ebensee" ( leiht mir Wirtin des Seegasthofes Kletzl ) steht, daß Hermann Bahr von seinem Vater nach einer enthusiastischen Wagner Rede in Wien an den vermutlichen Arsch der Welt ins Exil verbannt wurde. Vielleicht rührt von hier der Hausname Antenoasch her. Als ich das zweite Mal einkehren will, sitzt zwar eine deutsche Familie auf den Tischen vor dem Haus und erklärt mir aber, daß die Wirtin gerade die Stallarbeit verrichtet, weshalb wir weiterfahren.

Bericht Bernhard Holzbauer: Laut seinem Bad Ischler Firmgöd war das Wirtshaus vor allem wegen der zur Fastenzeit im Schweineschmalz gebackenen Pofesen bekannt. Leider geschlossen.

 

Gasthof Rindbachmühle / Familie Humer: Ebensee, Rindbach

Im Vorhaus läßt bereits eine alte Brau AG Bierleuchte ein uriges Wirtshaus erahnen, was sich durch eine gemütliche Gaststube bestätigt. Der gesprächige Wirt serviert mir temperiertes Kaiser Märzen fast ohne Kohlensäure. Als ich ihn dafür lobe, bestätigt er, daß bei ihm hauptsächlich durstige Holzfäller und Wanderer einkehren, die eine Halbe auf drei Züge leeren wollen und nur zwei bis drei Gäste am Tag kälteres Bier wollen. Die wenige Kohlensäure rührt von einer kurzen Leitung her. Der Wirt erklärt, daß er für sein Bier weitum bekannt ist. Ich trinke drei Halbe und bestelle dann ein Seidel, worauf der Wirt meint, daß er nur einen Schnitt hat, der sich dann von einer Halben kaum unterscheidet. Als Jause ist ein ausgereifter Bierkäse zu empfehlen, ebenso der frische Braten. Das Klosett ist durch alte Schwingtüren zu betreten und erinnert an früher. Am 18.10.98 kehre ich mit Didi ein und empfiehlt uns der Wirt seine hausgemachte Fleischstrudelsuppe, die besonders für Bergsteiger gekocht wird. Der Wirt ist mit dem ehemaligen Eigentümer des von Didi erworbenen Wirtshauses "Schnabelluka" in die Schule gegangen. Leider geschlossen.

 

Gasthaus Forsthub: Staumauer Klaus Richtung Frauenstein rechts abzweigen Richtung Molln nach Forsthub.

Eines der ältesten Gebäude und urigsten Gaststätten, die ich bisher besucht habe. Bei der Einkehr am 22.5.1999 sehe ich ein uraltes Haus mit einem Turm aus Holzschindeln. Am Gebäude fällt sofort die bemalte Hauseingangstür mit dem Adler der Monarchie auf. Über ein altes Gewölbe im Vorhaus kommt man durch eine alte Gasthauseingangstüre in die Gaststube. Erwähnenswert an dieser Türe ist besonders das Guckloch, das eine Art Spion darstellt. Anwesend ist nur der Sohn, der sich auf dem Sofa liegend im Fernsehen das meisterschaftsentscheidende Spiel Puntigamer Sturm gegen GAK anschaut. Wir müssen ihn durch unsere Fragen und das Fotografieren allerdings stören. Der Junior weiß wenig über die Geschichte des Hauses und verweist immer auf seinen nicht anwesenden Vater. Das über 500 Jahre alte Gebäude ist ein ehemaliges Richterhaus, das unter Denkmalschutz steht und deswegen Gott sei Dank keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen. In der Gaststube dominiert eine massive schwarze Tramdecke. Die alten Tische sind ebenfalls sehenswert und ist der Stammtisch dem Feitlklub reserviert. Franz Dorninger kann mit dem über dem Tisch hängenden Feitl nichts anfangen und kennt auch das Wort Feitl nicht. Am nicht besetzten Feitl-Stammtisch liegt ein Bündel 100-Schilling Scheine. Elfi bemerkt so wie ich, daß daß in der alten Gaststube außer dem relativ neuen Fliesenboden alles noch alt und perfekt ist. Neben unserem Tisch hängen Krickerl und viele Fotos vom Eisstockschießen vor dem Haus, das älteste von einer Moarschaft aus dem Jahr 1954.  Franz meint, daß das Ticken der alten Pendeluhr eine heimelige Atmosphäre erzeugt, ebenso wie der Hergottswinkel hinter dem Stammtisch. Kaffee und Apfelsaft gespritzt erhalten wir nicht, wohl bietet uns der Wirtssohn aber Almdudler gespritzt an. Die Getränke bringt er extra vom Keller über eine alte Stiege. Als ich ein zweites Kaiser Goldquell bestelle, muß er wieder die Stiege hinuntersteigen. Beim Heimfahren rechnen wir die Zechne nach, die mit 99 Schilling für 2 Kaiser Gold, 2 Almdudler und ein Cola sehr niedrig ausgefallen ist.

 

Gasthaus Zur Schellnau/Hanusch: Großraming Nr. 17, unten bei Post,

Im Haus aus dem 16. Jhdt. gelangen wir durch ein wunderschönes Eingangsgewölbe und eine niedrige Tür mit verziertem granitenem Türstock in die gut erhaltene Wirtsstube mit Schiffboden, uralten Doppelbänken und Holztramdecke. Die kleinen, vergitterten Fenster sind genau so geblieben, wie sie schon immer waren. Das Gösser Bier rinnt aus der Zapfanlage im Vorhaus. Die von Fritz Mitterer empfohlene Spezialität Knödel haben wir das erste Mal nicht gegessen, wohl aber eine Brettljause. Allerdings entnehme ich einer Zeitung, daß "der Hanusch" weit über die Gemeindegrenzen hinaus für seinen Knödeltag berühmt ist, der jeden Mittwoch angesetzt ist und scharenweise Gäste anlockt. Oft kommen Leute von weit her um ein Hanusch-Bratl und eine Sausemmel ( Semmerl mit kalten Schweinernen und Kren ) zu bekommen. Die Wirtin ist erfreut, als ich mich als Interessent für alte Wirtshäuser zu erkennen gebe. Sie garantiert mir, keine Veränderungen in der Gaststube vorzunehmen. Beim nächsten Besuch muss ich laut Wirtin den im 1. Stock gelegenen Saal mit alten Tramen besichtigen. Da Steffi sehr lebhaft ist, bestätigt die Wirtin Didi, dass Buben am Stammtisch ruhiger sitzen. Beim Zweitbesuch am 12.7.1998 essen wir einen hervorragenden Schweinsbraten bzw. Kalbsbraten. Als ich den Holzboden lobe, höre ich, dass die Altwirtin am Vortag den Ladenboden bis 1.00 nachts gereinigt hat, da unter der Woche viele Handwerker, insbesondere Maurer viel Mörtel in die Wirtsstube bringen und der Boden dann sehr verdreckt und schmierig wird. Der Bretterboden wurde auch vor kurzem von deutschen Gästen und einem Bus der O.Ö. Landesregierung bewundert, die auch die Erhaltung gefordert haben. Der Wirt sagt mir, dass der Boden nächstes Jahr erneuert wird, wahrscheinlich aber wieder durch einen Holzboden. Die Tramdecken im ersten Stock wurden abgebeizt und gefallen mir daher nicht so. Eine der Decken stammt sogar aus Linz.

 

Gasthof Bräuhaus Marxrieser auch Gasthaus Zur Ruine u. Holzhandel: Losenstein Richtung Ruine

Obwohl mir der aus Ternberg stammende Harald Gregorits dieses alte Brauereiwirtshaus nicht namhaft machte, erkennt Beate beim Vorbeifahren an der alten Bausubstanz die urige Gaststätte. Als wir am Neujahrstag 1998 nachmittag als einzige Gäste einkehren, freut sich die gesprächige Wirtin Charlotte Marxrieser sehr. Sie berichtet, daß auf dem Haus bis 1913 Bier gebraut wurde und ihre Schwiegereltern 1923 das Wirtshaus erworben haben. Die Wirtin hat das Haus mehrmals nach Brauerei-Utensililen durchsucht, wurde aber leider nicht fündig. Die kleine Wirtsstube hat einen alten Bretterboden mit riesigen Nägeln und hofft die Wirtin, daß er noch lange hält. Sie erklärt auch sofort, daß ein Bretterboden nur aus angenagelten Brettern besteht, während bei einem Schiffboden die Bretter mit Nut und Feder verbunden sind. Frau Marxrieser zapft das temperierte Zipfer im Vorhaus, wobei aber der im Vorhaus angeschriebene Schankraum nur mehr eine Rumpelkammer ist. Zum Tee serviert sie vier verschieden Zuckersorten in einem kleinen Körberl. Die Wirtin erzählt, daß sie einen meiner Vorgänger in der Liegenschaftsabteilung der Brau AG, Johann Hehenberger persönlich sehr gut kannte und mochte. Sie berichtet weiters daß Hehenberger als Bierversilber früher mit Chauffeur gekommen sei und die ganze Gaststube freigehalten hat. Später habe der Bierversilberer nur mehr ein Getränk pro Gast übernommen. Die Wirtin beschwert sich auch sehr über die neue 0,5 Promille Regelung, die Landgasthöfe sehr benachteilige.

 

D) Linz

Gasthaus Mitterberger / Karl Gusner / vor 1909 "Höglingers Meierei und Mostschank": Linz, Mitterbergerweg 40

Durch das Buch "Linz und Urfahr in alten Ansichten" werde ich auf "Höglingers Meierei und Mostschank auf dem Pöstlingberg" aufmerksam. Meine Recherchen ergeben, daß es sich hiebei um das Gasthaus Mitterberger handelt. Bei dem folgenden Pflichtbesuch Mitte November 1997 bestätigt mir der Wirt Karl Gusner, daß seine Großeltern das Gasthaus 1909 von einem Höglinger erworben haben. Ob Ahnen von mir von diesem Haus abstammen, kann mir der Wirt nicht beantworten. Im Buch steht, daß der "Höglinger" ein Ausflugsziel war, besonders seitdem die Pöstlingbergbahn den langen Fußweg erheblich abkürzte. Diesen Satz verstehen der Wirt und ich aber nicht. Die jetzige Gaststube befindet sich in einem Neubau, der auf der alten Ansichtskarte noch nicht zu sehen ist. In der bestehenden alten Gaststube befindet sich jetzt noch das Extrastüberl. Da die Gaststätte Stiegl Bier führt, trinken Didi und ich vier Trumer Weizengold samt Zitrone in Weizenbiergläsern mit alter Etikette. Der Wirt Karl Gusner freut sich, dass sich jemand nach der Geschichte seines Hauses erkundigt. Er berichtet, daß das gesamte Gebiet um seine Gaststätte einst ein Starhemberger Lehen war und er das Wirtshaus vor 20 Jahren übernommen hat. Den alten Ladenboden hat er bereits zu Beginn aufgrund einer Behördenauflage wegen Bakterien entfernen müssen. Die Tische und vor allem die kleinen Holzsessel stammen jedoch noch aus alter Zeit. In dem vergriffenen Zigler Buch sei seine Gaststätte ebenfalls erwähnt. Der zutrauliche 14 jährige Wirtshund Britta, von einem Stammgast "Raubtier" genannt, weicht nicht von den Tischen und frißt sämtliche Jausenabfälle, egal ob süß oder sauer. Didi ißt das legendäre Käsepotpourri um 40 Schilling, bestehend aus Quargel, Topfenkäse, Senf und 2 Stück Brot, für daß das Wirtshaus unter den Alturfahranern bekannt ist. Wie von Rudi Kaufmann vorausgesagt, sitzen am Stammtisch Damen, die Bier trinken und mit schönen Damen-Bierglas angenehm und sympathisch auffallen. Leider am 28.11.2013 pensionsbedingt geschlossen.

  

Mit Albert Holzbauer bei Karl Gusner

 

Margret und Christine essen als Silvestermenü Waldviertler und Sardellenringerl.

 

Kapuzinerkeller: Gerda und Fritz Biermayr, Kapuzinerstraße

In die urigen Gewölbe kehre ich gerne ein, da dort Manuela Berger als Aushilfskellnerin arbeitet. Es handelt sich eigentlich um einen Weinkeller, obwohl der Wirt Biermayr heißt. Den Wirt habe ich allerdings noch nicht zu Gesicht bekommen. Es gibt Zipfer Urtyp von der Flasche. In dieses versteckte Lokal kehren sehr viele geldige Linzer Geschäftsleute ein. Anfang Jänner 1999 teilt mir Manuela traurig mit, daß Biermayr das Lokal pensionsbedingt schließt und sie nur mehr einmal hinkommt, um die Noargerl auszutrinken. Leider geschlossen.

 

Zum Goldenen Anker:  F. Pilsl, Hofgasse

Am 12.5.1998 besuche ich dieses urige Wirtshaus mitten in der Altstadt von Linz mit Albert Holzbauer und Rainer Lichner. Dies ist höchste Zeit, da mein Arbeitskollege Wilfried Linder 6 Tage vorher bei einem Altstadtbesuch anläßlich unserer Liegenschaftstagung durch die Fenster späht und spontan feststellt, daß es sich um ein uriges Wirtshaus handelt. Die Vertafelung ist sehr alt und schön. Als ich meine Fotos mache, meint der mir vom Sehen bekannte Wirt, daß ich warten und nach 8 Tagen wiederkommen soll, da saniert wird. Er meint damit aber nur, daß neu weiß ausgemalt wird. Wir bestellen auf ausdrückliches Verlangen von Rainer Schlägl Roggen Bier und zwar gleich eine Halbe, das dann bräunlich süßlich schmeckt; dies umso mehr, da wir vorher beim Zöttl ein Zipfer Urtyp getrunken haben. Rainer muß uns aus geschäftlichen Gründen bald verlassen und trinkt sein Bier nicht aus. Später kommt die Wirtin und fragt, ob sie das Bier kalt stellen soll, da warmes Bier nicht zu trinken ist. Wir klären sie daraufhin auf, daß uns Rainer verlassen hat. Als nächstes trinke ich ein Schlägl Kristall, das auch äußerst süßlich schmeckt und Albert daher mundet. Insgesamt ist dieses Wirtshaus von der Einrichtung her eines der urigsten in der Linzer Altstadt. Im Mai 1999 steht in der Linzer Zeitung, daß die Gaststätte 330 Jahre Wirtshaus Jubiläum feiert und damit das älteste von Linz ist, dazu noch 80 Jahre Familienbetrieb. Eine Abordung der Stadt Linz überreicht hiezu Jubilar Franz Pilsl einen Linz-Geschenkskorb. Laut Hans Bugram wurde hier früher Bier aus der Schwarzenberg`schen Brauerei Hinterweissenbach ausgeschenkt.  

 

 Zur Stadt Salzburg: Wiener Straße

Nach etlichen Versuchen klappt eine Einkehr am 3.10.1998 mit Peter. Eingangstüre und Vertäfelung sind alt, der Boden leider verfliest. Die Gaststube ist sehr klein und mittags bummvoll, sodaß viele Gäste wieder gehen müssen, obwohl jeder Sessel vergeben wird. Im hinteren Bereich bei der Schank gibt es Stehpulte. Auffallend ist, daß 85 % der Gäste Pensionisten und offensichtlich Stammgäste sind. Bei vielen Pensionisten wählt die Wirtin auch das Mittagessen aus. Die ältere Wirtin ist überhaupt eine Frau, wie man sich eine Wirtin vorstellt, nämlich freundlich, gewandt und flink. In der Speisekarte steht: „Wir waren und bleiben ein altes Wirtshaus. Wer Pommes frites will, soll in ein Haubenlokal gehen“. Die gebackene Leber schmeckt hervorragend und wie bei Großmuttern. Ich bekomme die letzte Portion und erklärt die Wirtin, daß sie wegen des bevorstehenden Wochenendes nicht zuviel eingekauft hat, weshalb die Leber auch frisch schmeckt. Das Grieskirchner leicht wird gut gezapft. Leider geschlossen.

 

Cafe Karner: Ottensheimer Straße

Die aus Wien stammende Wirtin wollte ursprünglich Feber 1999 in Pension gehen, was aber aufgeschoben wurde. Am 6.12.1999 verstirbt leider die Wirtin Klara in der Gaststube an Herzversagen und kurz darauf Herr Karner. Das im Stil der 50iger Jahre eingerichtete Cafe ist unverändert. Lieblingsgast der Wirtin war der strenge Leiter des Hauptzollamtes Linz, Wirklicher Hofrat Dr. Franz Dorninger, der oftmals nach der Rauscher-Sperrstunde um 22.00 Uhr bei ihr einkehrt ist. Sobald der Finanzbeamte bei ihr eintrat, hat die Wirtin die anderen Gäste zurecht gewiesen, da hoher Besuch ins Lokal kam. Franz gefällt vor allem die alte Musikbox, die noch die alten Schlager von dazumals enthält. Vor dem Lokal stand das Auto des Wirtes mit der Nummer "Kitt 1 ". An der Fassade ist ein altes "Kaiser Kurpils" Schild angebracht. Am 10.3.2000 kehre ich mit Christoph Mißbichler ein, um zu sehen, wie der Sohn Ronnie das Lokal  weiter führt. Wir werden dann Zeugen eines Vorfalles, der auch in der Kronen Zeitung zu lesen ist. Die Nachbarwirtin Nina Rauscher meint, dass das Cafe Karner im Betrieb bleiben soll, damit ihre Stammgäste aufgrund der frühen Sperrstunde noch anschließend in Alt-Urfahr einkehren können. Bei Gastgartenbetrieb gefällt ihr auch, dass die Hausanschrift "Cafe Karner" rot und das "Santora Espresso"-Schild gelb hinüberleuchten und zum Stadtbild gehören. Am 21.10.2000 berichtet mir Gretl Rauscher aufgeregt, dass Ronnie das Haus verkauft hat und wird tatsächlich das Lokal bald darauf geschlossen. Leider geschlossen.

 

Gasthaus Goldenes Schiff / Rauscher: Ottensheimer Straße

Am 14.1.1999 betont der junge Wirt Markus, daß er auf die von der Brauerei gratis zur Verfügung gestellten Biergläser sehr acht gibt und daß laut Günter die alten Wirtshaustische noch von der Linzer Brauerei stammen. Dies ist der endgültige Grund, dass ich mein Stammwirtshaus sofort in diese Aufstellung aufnehme. Da mich die Tische sehr interessieren kriecht Markus hinter die Tische und sucht mit der Taschenlampe von Berndi den Inventarhinweis auf die Linzer Brauerei, wird aber nicht fündig. Ich drohe an, diese Behauptung zu überprüfen und schlage daraufhin vor, im Inventarverzeichnis der BRAU UNION Österreich nachzuschauen, was von den jungen Wirtsehegatten und den Stammgästen ( Gerald und Roswitha Lindner ) ernsthaft geglaubt wird. Nächsten Tag treffe ich meinen Arbeitskollegen Hans Bugram von der Inventarverwaltung, den ich hinsichtlich der Tische um Rat bitte. Er meint, natürlich kein Inventarverzeichnis zu haben, jedoch besitze er privat ein altes Brandeisen, mit dem die Tische wieder als Eigentum der Brauerei gekennzeichnet werden können. Markus teilt hiezu nur unter der Bedingung die Zustimmung, daß ihm die Tische nicht weggenommen werden. Zu bemerken ist, dass das Goldene Schiff seit dem Jahr 1875 besteht und sich nun schon in der dritten Generation der Familie Rauscher befindet. Leider geschlossen.

 

E) Niederösterreich

Gasthaus Gölbl: Dorfstetten nördl. v. Waldhausen.

Auf der Suche nach Fischteichen und durch den Tipp des Schwagers von Fritz Mitterer suchen wir am 25.10.1998 den Ort auf und entdecken am Ortsrand Richtung Bärnkopf dieses Gasthaus durch das "Linzer" Bierschild. Als ich den Wirt auf die Linzer Biertafel anspreche, berichtet er, daß ihm eine darunter montierte alte Coca Cola Tafel aus den 60iger Jahren gestohlen wurde, und er auch einen Diebstahl der Linzer Tafel befürchtet, obwohl diese sehr hoch angebracht ist. Als wir das Wirtshaus verlassen, kann ich aufgrund der Dunkelheit das Schild leider nicht mehr fotofgrafieren. Der Wirt berichtet, daß er von St. Nikola, also aus Oberösterreich beliefert wird und er daher Linzer Bier führen kann. Dadurch gibt es Kaiser Goldquell, das für den Wirt noch Linzer Bier ist. Er ist froh dieses Bier ausschenken zu dürfen, im Gegensatz zu allen anderen niederösterreichischen Wirtin, die nur Kaiser Premium oder Wieselburger Bier erhalten. Auf den Alkoholgehalt des Bieres angesprochen, meint er daß er auch aufgrund seiner Stammgäste nicht umstellen kann, auch wenn der Absatz aufgrund der 0,5 Promille merklich zurückgegangen ist. Die Gaststube ist noch alt eingerichtet und fällt besonders die alte grüne Malerei auf, was laut Beate eine gemütliche Atmosphäre schafft. Ich trinke daher 3 temperierte Flaschen Goldquell. Als der zweite Gast neben uns, ein Milchwagenchauffeur "eine Wurst" bestellt, bekomme auch ich Appetit auf Braunschweiger mit Senf. Der Milchführer jammert sehr, da für ihn 0,1 Promille gelten. Da ich das Bier wegen Beate zügig trinken muß, meint der Wirt, daß ich dieses auf der Heimfahrt auch ablassen muß. Er selbst jammert, daß der Buschauffeur nach einer Besichtigung der Brauerei Schlägl und Genuß von 4 Bieren nicht stehen geblieben ist und sich Männer und Frauen erst nach einiger Zeit im Freien erleichtern konnten. Der Milchführer berichtet, daß er Biertrebern für seine Stiere in Wieselburg gekauft hat und die danebenfallenden Trebern den Asphalt aufgefressen haben. Beate vermutet daraufhin Chemikalien in den Trebern und verlangt, daß Chemiker dem nachgehen. Ich frage diesbezüglich den Chemiker unseres Labors Helmut Klein, der sich das nicht erklären kann und vermutet, daß vielleicht der scharfe Urin der Stiere mitgeholfen hat. Werden Trebern zu lange gelagert, "seideln" sie. Der Betriebsleiter der Mälzerei Liesing DI Aicher bestätigt mir, daß die Trebern weitergären und Milchsäure entsteht, die den Asphalt angreifen kann. Auch Molke ist sehr aggressiv, weswegen in Molkereien Nirosta verwendet werden muß.

 

Gasthäuser rund um Wolfsbach:

Besuche mit Fritz Mitterer und dem Stammtisch des Gasthauses Karan. Mir gefällt, daß eintretende Gäste alle am Stammtisch sitzenden mit Handschlag begrüßen. Dies erinnert mich an die Bierreise nach Bayreuth und Kulmbach, wo alle neu Ankommenden auf die Tische klopfen. Geklopft wird in der Gegend von Wolfsbach nur, wenn jemand am Tisch sitzt, dem man die Hand nicht geben will.

Es fällt mir in dieser Gegend weiters angenehm auf, daß sämtliche Wirte Kaiser Bier führen. In jeder Gaststätte ist der neben dem Stammtisch hängende Brau AG Kalender nicht zu übersehen.

 

Gasthaus Otto Baumgartner in Giebl: südl. v. Wolfsbach

Bauernwirtshaus in dem der Sohn mit den Stammgästen Karten spielt. Uralte Doppelbänke und Schiffboden. Die alte Ladenkegelbahn vis à vis ist leider zugeschneit. Es ist Brauch, daß die Gäste ihr Bier im Freien vor dem Wirtshaus ablassen. Die Stammgäste trinken bei unserer Einkehr Kaiser Bockbier, das der Wirt billiger abverkauft. Es werden manche Streiche überliefert, beispielsweise, daß die Stammgäste in der Gaststube einen Pfosten auf einen Wirtshaustisch gelegt haben, damit ein Puch MS 50 auf den Tisch fahren konnte. Der Fahrer hat sehr viel Gas gegeben, sodaß es in der Stube ganz blau war. Einmal wurde ein Jagdhund an die Geldlade angebunden und dann Katzen vorbeigelockt, sodaß der Hund prompt mit der Lade durchging. Am 14.8.1999 kehren wir mit Fritz Mitterer das zweite Mal ein und fotografiere ich diesmal den Saal im ersten Stock mit dem alten Bretterboden, in dem noch uralte Tische stehen. Im Saal liegt auch die große Kaiser Bier Leuchte, die vor dem Haus abmontiert wurde, da sie abzustürzen drohte. Im  Saal hat weiters das Jagd Kosortium Bubendorf in einer Vitrine ihre Krickerl deponiert, darunter auch welche meines Arbeitskollegen Willi Lohnecker. Wie bei diesem Gasthaus der Brauch, können wir diesmal das Bier nicht im Freien ablassen, da die Wirtin Laub kehrt.

 

Gasthaus Leopoldine Mayr: Erla Nr. 49, St. Pantaleon, östl. v. Enns;

Eines der ältesten und urigsten Wirtshäuser, die ich je aufgesucht habe. Die betagte Schwester der 85jährigen Wirtin serviert uns das bestgezapfte Kaiser unserer Rundreise. In der Gaststube sind der uralte Boden, Tische und Sessel vorhanden. Nur der kleine Fernseher paßt nicht zur Einrichtung, gibt uns aber Gelegenheit den Abfahrtssieg von Schifferer in Garmisch anzuschauen. Der im ersten Stock gelegene Saal mit mehreren Räumen ist ebenfalls unverändert. Ein altes hölzernes Podest, grün gestrichene Türen sowie uralte Tische und Sessel lassen erahnen, welche rauschende Bälle und Hochzeiten hier gefeiert wurden. Fritz kann sich erinnern, daß er den Saal in seiner Jugendzeit einmal besucht hat. Das WC im Hof finde ich, indem ich den Spuren im Schnee folge. Bei meinem Zweitbesuch am 21.12.1998 sitzt auch die Altwirtin da, während ihre Schwester die Schweine füttert. Die Wirtin spricht vielerlei aktuelle Dinge an und sagt immer "ja". Meinem Chauffeur Hans Bugram schmeckt das Bier sehr, obwohl wir die erste Halbe vom zu Ende gehenden Faß trinken und erst dann frisch angeschlagen wird. Die Wirtin meint, daß auf Wunsch sogar ausgekocht wird, was ich aber nicht recht glaube.

 

Gasthaus Schatzöd/Johann Heigl: Konradsheim, Straße Waidhofen Richtung Maria Neustift

Als wir am 17.10.1998 längst überfällig einkehren, müssen wir feststellen, daß seit dem letzten Vorbeifahren die Fenster ausgetauscht und auch der Dachboden ausgebaut wurde. Die alten Fensterkreuze liegen hinter dem Hof und könnten billigst erworben werden. Neben der alten Eingangstüre hängt eine Tafel "Schatzöd Angesiedelt um 1300". Vor dem Gasthaus steht ein alter Kastanienbaum auf dem eine alte Fanta Tafel angenagelt ist, während die Biertafel gestohlen wurde. Vom alten Vorhaus weist uns die alte Tafel "Gastzimmer" in eine wunderschönen alten Raum mit Ladenboden und einer Tramdecke aus dem Jahr 1760. In diesem Ambiente genießen wir einige Kaiser Biere und laden auch die junge Wirtin ein, die zuerst den Boden schrubben wollte und durch unsere Einkehr daran gehindert wird. Sie taut langsam auf und trinkt aber nur einen kleinen Radler, da es am Vortag länger wurde. Unserem Mitreisenden "Zwerg" sagt die Wirtin jedenfalls sehr zu. Leider setzt sich die alte Wirtin nicht zu uns, da sie den Samstag-Putz vornimmt und nur kurze prägnante Meldungen, wie beispielsweise über den Strompreis, abgibt. Da dem Gasthaus eine Landwirtschaft angeschlossen ist, steigen meine Mitreisenden danach auf Most um, der gut sein muß, da sie gleich 2 2-Liter Flaschen trinken. Im Saal finden nur sporadisch Veranstaltungen statt und kauft mir Fritz dort ein altes Wieselburger Bierglas. In der Gaststube selbst wird das Bier in neutrale Gläser gezapft, da diese angeblich billiger sind.

 

Wirt z`Empfing: westl. v. Stephanshart, südl. v. Ardagger

Wir treffen erst bei Dunkelheit in Empfing ein und werden in der Gaststube von einem Mann empfangen, von dem wir erst später erfahren, dass er der Bäcker ist. Er serviert uns Kaiser Bier in alten Schwechater Bierkrügen, die Fritz sehr gefallen. Die Gaststube hat einen Ladenboden, Doppelbänke und Resopaltische. Die alte Wirtin betritt die Gaststube anfangs nicht, sondern schaut und meldet immer nur von der Küchentüre heraus. Als Fritz Mitterer Frankfurter Würstel bestellt meint sie, daß sie wegen einem Paar nicht anheizt. Als wir hiernach 5 Paar bestellen, bekommen wir sie aber auch nicht, da sie so viele Würstel nicht daheim hat. Daraufhin bestellen wir eine Runde Wurstsemmeln, die zum Bier gut schmecken. Zwischenzeitig kaufen wir dem Bäcker allerlei "Bacht" ab, darunter einen Allerheiligen Striezel, Brot, und ich komme mit 10 Semmeln nach Hause. Nach einiger Zeit bedient uns dann der vermeintliche Wirtssohn, zu dem ich einen guten Kontakt aufbauen kann.

 

Gasthof Zum Halbmond / Zacharias: Waidhofen a.d.Ybbs

Als ich den Postler nach urigen Waidhofener Wirtshäusern mit Schiffboden etc. frage, meint er solche gibt es nicht, bodenständig sei aber das Gasthaus Zacharias. Als ich die Gaststube betrete, erwecke ich die Neugier der Senior-Wirtin, die am Stammtisch einem betagten Gast ein Foto zeigt, an dem er der noch einzig Überlebende ist. Die Altwirtin freut sich, daß ich die 6 alten an der Decke hängenden Zunftzeichen fotografiere. Auch der Schiffboden, die dunkelbraune alte Vertäfelung und die Doppelbänke runden das Bild einer alten und gemütlichen Wirtsstube mit alter Tradition ab. Die Senior-Wirtin besteht auch darauf, daß ich die Bauernstube und den alten Einkehr-Stall knipse. Als die Wirtin bemerkt hat, daß ich die Gaststube verlassen habe, rennt sie mir ins Vorhaus nach und bedankt sich sehr herzlich für mein Interesse. Die Saumeise schmeckt frisch und gut, währen das Kraut lauwarm ist.

F) Wien

Wratschko Gastwirtschaft: Neutstiftgasse 51

Das schönste urigste Beisl in Wien. Hinter der Schank hängt ein Poster von Helmut Qualtinger über den Film „Kurzer Prozess“, bei dem er den Inspektor Pokorny gespielt hat. Die Räume sind voll mit Holz verkleidet, auch Holzboden.

    

G) Salzburg  

Krämer Wirt / Ebner:  Faistenau 2

Anlässlich der Bierreise unseres Juristenstammtisches zum Bramsau Bräu Faistenau kehren wir  am 19.10.2002 über Empfehlung des hiesigen Heimbrauers Martin Klaushofer in diesem Wirtshaus ein. Dieses uralte urige Gasthaus steht in der Nähe der tausendjährigen Linde und ist neben der Kirche das zweitälteste Haus im Ort. Früher hat es als Försterhaus Verwendung gefunden. In dem aus Duftstein erbauten Gebäude liegt  in der Gaststube noch ein 80 Jahre alter Bretterboden und stehen darauf uralte einfache Bänke und Tische. Der im Eck stehende Kachelofen ist über 150 Jahre alt. Der gemütliche Wirt zapft uns Stiegl Bier, das die Stammgäste in eigenen alten Stammgläsern mit Deckel trinken. In der Stube hängt unter anderem ein uraltes Bild der Kaiser Schützenjäger. Der Wirt zeigt uns auch eine Urkunde aus dem Jahr 1904, mit der dem Haus bereits die Tabakverschleißerei genehmigt wurde. Eine Besonderheit sind auch die Lampen, die man jede einzeln oben abdrehen kann. Die Aushilfskellnerin berichtet, dass bei allen Hochzeiten rundherum die Bräute in dieses Wirtshaus gestohlen werden und es dann so voll wird, dass sie nicht mehr servieren kann. Es werden dann singend die Tische in die Höhe gehoben, sodass hienach die Decke ganz schwarz von den Kerzen ist. Der über dem Gastzimmer gelegene Saal wurde aufgrund der vielen Kinder in einen Wohnbereich umgewandelt, ebenso dient der eine Gaststubenraum unter der Woche Wohnzwecken. Bei unserer Einkehr gibt es am Nachbartisch ein "probepoltern" der Burschen, das ist hier ein Brauch, damit sie nicht heiraten müssen. Der im Jahr 1999 90jährig verstorbene Altwirt Jakob Ebner ist noch überall präsent und wird von ihm erzählt, das er bis zuletzt Bier gezapft hat. Im Gasthaus wurde früher Guggenthal Bier ausgeschenkt. Die dem Gasthaus angeschlossenen Greißlerei wird in nächster Zeit geschlossen. Mo+Di Sperrtag.

 

Gasthof Caspar Moser Bräu: 5302 Henndorf am Wallersee, Hauptstraße 61

Bis 1922 wurde hier eine Brauerei betrieben, von der nur mehr der Braugasthof, als eine der ältesten Gaststätten Österreichs übrig geblieben ist. Der neben dem Gasthof gelegene Brauturm wurde bereits vor Jahren abgebrochen und ist auch der am alten Foto zu sehende Balkon abgestürzt. In der denkmalgeschützten Gastube ist die gesamte Holzvertäfelung wunderschön bemalt. Bei den alten Tischen stehen Rundum- und Doppelbänke, bei einem Tisch gefällt mir besonders eine runde Bank, die dem runden Tisch genau angepasst wurde. Der sehr lange Stammtisch steht neben dem urigem Kachelofen. Der  Holzboden wurde leider durch Fliesen ersetzt, aber trotzdem ist dies eine der urigsten Gaststuben, die ich kenne. Am 29.9.2002 kehre ich das zweite Mal ein und werde diesmal von einem Pächter sehr freundlich bewirtet. Neben Kaiser Bier gibt es auch ein „Kaiser Karl“ Weizenbier aus Altötting und schenkt mir der Wirt sogar zwei Bügelverschlussflaschen. Beim nächsten Mal will mir der Wirt auch die zwei „Original Carl Zuckmayer Zimmer“ zeigen, die diesmal durch Deutsche belegt sind. Dienstag Ruhetag.

 

    

 

H) Bayern:

Gasthaus Lanz: Ludwig Hartl Untergriesbach bei Obernzell, Marktplatz 16.

Aufgrund eines Fernsehfilmes über urige Wirtshäuser im Bayerischen Fernsehen werde ich auf dieses nicht allzu weit von meinem Heimatmarkt Hofkirchen entfernt liegende Gasthaus aufmerksam. Im Film wird berichtet, dass die Wirtin ratschend, strickend oder hinter dem Passauer Bistumsblatt versteckt in der Gaststube sitzt. Als ich erstmals am Freitag, 22.10.1999, nachmittags einkehre, sitzt nur ein Pensionist am Stammtisch. Wie im Fernsehen dokumentiert, weist die Gaststube einen Stubenboden mit breiten Brettern und einen Rüstbaum auf und sind noch die von Generationen blank gewetzten Bänke vorhanden. Erwähnenswert ist vor allem die 400 Jahre alte noble Standuhr, die noch funktioniert, bei meiner Einkehr allerdings „steht“. Die Vertäfelung im Josefinischen Stil aus dem Ende des 18. Jhdts. erzeugt einen Raum voller Wärme und Behaglichkeit. Die alte Wirtin schaut auch in meiner Anwesenheit mehrmals durch das im Fernsehen gesehene Spähfenster zur Kirche, obwohl diesmal keine Kirchgeher zu erwarten sind. Ansonsten sagt sie „hiatz kemmans, d` Mess`is aus“. Sie meint zum Fernsehbericht, dass der Film bereits vor ca. 4 Jahren gedreht wurde; sie selbst hat sich am Sonntag Abend keine Zeit genommen, den Film anzuschauen und hat lieber in der Gaststube bedient. Die Wirtin ist erbost über die Aussage im Film, dass die Schließung bevorsteht, da auch die angeschlossene Landwirtschaft viel Arbeit in Anspruch nehme. Die Halbe Bier kostet 3 Mark und meint sie, dass die Bierpreise in Österreich verrückt seien. Mari kommt selten nach Österreich und weiß aber sofort über Linz, dass es hier ein Casino gibt. Sie meint zusammen mit dem Stammgast, dass ein Lehrer aus Griesbach sein Haus in Linz verspielt habe, nun geschieden und nach "Minga" verzogen sei und beide nicht wissen, wie er nun wohnt und von was er lebt.

Am 9.6.2001 reise ich mit Franz Dorninger und meinem Schwager Hubert Froschauer nochmals an. Leider ist „Lanz Mari“ diesmal wegen einer Einladung zu einer Taufe nicht anwesend. Es bedient uns die Schwiegertochter, die sich sogar freut, dass ich die urige Gaststube abfotografiere. Aufgrund des Denkmalschutzes haben die Eigentümer für die Restauration ein Darlehen erhalten. Wir trinken 4 Paulaner Weizen und kostet ein Weizen diesmal 3,60 Mark.   

Am 11.6.2004 kehre ich mit Schwippschwager Karl Schwendinger und seiner Frau Bernadette ein und sitzt Mari mit einem Pensionisten alleine am Stammtisch. Sie erkennt uns sogleich als Österreicher und fragt, ob wir bei diesem schlechten Wetter einen Ausflug machen. Es ist sehr ruhig in der Gaststube, da der Pensionist kein einziges Wort redet und hört man nur das laute Ticken der Standuhr. Mari sagt, dass das das Uhrwerk aus Holz ist und diese noch Holzzahnräder habe. Diesmal ist Mari überhaupt sehr gut aufgelegt und leutselig und lässt sich ohne große Widerrede fotografieren. Sie meint sogar, wir sollen am runden Tisch neben der Uhr fürs Foto Platz nehmen und setzt sie sich neben uns. Sie meint auch, dass die Österreicher weit lustigere Gäste als die Bayern seien und viele Österreicher bei ihr einkehren. Auch der Wirt Arthur vom Gasthaus Zur Post in Neustift kehrt regelmäßig bei ihr ein, weshalb ich überhaupt nicht verstehe, wieso unser Hofkirchner Wirt Kilian nicht mitfahren wollte. Mari ist überhaupt voll des Lobes über Neustift, auch deswegen weil es in Untergriesbach keine Musikkapelle gibt und die Neustifter Musik zu Fronleichnam oder anderen Festen aufspielt und danach bei ihr einkehrt. Mari fragt uns auch, ob wir an der Fronleichnamsprozession teilgenommen haben und stehen Birken neben der Eingangstür des Gasthauses. Mari zeigt mir auch das alte Klavier im Saal, auf dem leider nur selten gespielt wird sowie die Bilder vieler Ahnen an der Wand des seit 1591 bestehenden Wirtshauses. Der halbe Liter Paulaner Helles kostet € 1,80 und meint Mari, dass dies genug und die Bierpreise in Österreich unverschämt seien. Bernadette trinkt einen österreichischen Rotwein vom Pichler. Mari verweist auch stolz auf den 29 m hohen Maibaum vor dem Haus und meint auf meine Frage, wer diesen spendiert habe, „da unsere“ (Sohn) und lädt uns ein, unbedingt am 19. Mai zum Maibaumsteig`n zu kommen.

Das Gasthaus ist außer Dienstag täglich geöffnet, leider ist Mari verstorben.

Mari und Karl Schwendinger.

Vertäfelung und Guckloch.

Weissbräu Andorfer: Passau

Am 11.4.2014 fahre ich wieder einmal mit dem Auto den Berg hinauf zur kultigen Weißbierbrauerei und trinke ein süffigstes Hefeweizen zu einem Obatzn. Ich finde Platz in der Oiden Stub`n, einem wirklich urigen Raum. Der alte Holzbretterboden ist mehrmals geflickt und wundern sich 2 Stammgäste, dass er so sauber geputzt werden kann. Es gibt durchgehend eine Holzvertäfelung an der Wand und Rundumbänke. Der Kachelofen hat oben das Brauer-Emblem und ist unten eine Holzbank rundum. Diese Stub`n gibt es seit Anfang, daneben wurden viele andere Stüberln, z.B. Zirben- und Jagdstüberl eingerichtet. Fast überall hängen Krickerl an den Wänden. Ich erwerbe ein Tragerl Weizendoppelbock „Claudiator“ mit 7,7% alc., den es nur in der Starkbierzeit gibt und ich autofahrerbedingt daheim trinke. http://andorfer-weissbraeu.de

 

Link zu Innviertler Wirtshäusern: www.innviertler-roasa.at